Wirtschaft : Kühne & Nagel sucht nach Partnern

ZÜRICH (ef/HB).Der bisherige Asien-Chef Klaus Herms übernimmt Mitte 1999 die Leitung des Speditionskonzerns von Klaus-Michael Kühne, der allerdings Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates bleibt.Der Schweizer Speditions- und Logistikkonzern Kühne & Nagel International AG, Schindellegi, will unabhängig bleiben.

Doch der Mehrheitsaktionär Kühne schließt nicht aus, daß er sich mit einer Minderheitsbeteiligung, die einen maßgeblichen Einfluß sichert, zufrieden geben könnte.Dies ist für ihn dann von besonderem Interesse, wenn ein strategischer Partner in die Konzernführung eingebunden werden kann.Der Mischkonzern Viag AG, München, der zweite Großaktionär mit einem Anteil von gut 30 Prozent, will sich von seinem Paket trennen.Kühne erwartet in diesem Jahr eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung.Dabei kann sich Kühne sowohl den Verkauf an einen strategischen Partner, eine Plazierung an der Börse oder eine Mischung beider Optionen vorstellen.Bisher ist ein Abschluß wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen noch nicht zustandegekommen.Da Kühne & Nagel ein privatwirtschaftliches Unternehmen bleiben wolle, kommt für den Verwaltungsratspräsidenten eine Postorganisation als Partner nicht in Frage.

Auch Partnerschaften zur Stärkung der globalen Marktstellung sind für Kühne ein Mittel, um das Wachstum sicherzustellen.So gründete die deutsche Tochter 1998 mit der DHL Holdings (Deutschland) GmbH die KN Elan GmbH & Co.KG.In diese Gesellschaften brachten die Partner ihre Stückgutnetzwerke ein.Über weitere Partnerschaften werden gegenwärtig Verhandlungen geführt.Größere Akquisitionen schließt Kühne wegen der damit verbundenen Risiken aus.

Für 1999 rechnet Finanzchef Bruno Salzmann mit einer Steigerung des Bruttoumsatzes um acht Prozent.Der Rohertrag dürfte wegen des anhaltenden Preisdrucks nur um unterproportionale fünf Prozent zulegen.Auf eine Gewinnstagnation des Konzerngewinns müssen sich die Aktionäre wegen des Restrukturierunsgaufwandes bei KN Elan einstellen.Dies würde jedoch einer Wiederholung des Rekordergebnisses von 1998 entsprechen.

In den vergangenen sieben Jahren war es Kühne & Nagel gelungen, immer neue Gewinnrekorde aufzustellen.Im Berichtsjahr stieg der Bruttoumsatz von sechs Prozent auf 6,62 Mrd.Schweizer Franken.Der Konzerngewinn erhöhte sich leicht überproportional um 7,1 Prozent auf 82,3 Mill.Franken.Die Aktionäre sollen eine weiter von 34 auf 37 Franken erhöhte Dividende pro Aktie erhalten.Auch künftig sollen rund 45 Prozent des Konzerngewinns als Dividende ausgeschüttet werden.Weit überproportionale Gewinnbeiträge erreichten die See- und Luftfracht.

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