Wirtschaft : Kunst ohne Botschaft

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In Frankreich wurde Alfred Hitchcock erst Respekt zuteil, als François Truffaut ihn zum großen Künstler erhob. Ähnlich ist es mit George Lucas und dem neuen StarWars-Film. Er wurde in Cannes zum Liebling der Franzosen, die in „Krieg der Sterne Episode III: Die Rache der Sith“ Attacken gegen Bushs Irakkrieg sehen.

Der Film bezichtige Bush, seine Macht für den Krieg missbraucht zu haben. In einer Szene führt der Kanzler Notstandsgesetze ein. Als ein Senator klatscht, klagt ein anderer: „So stirbt die Demokratie – unter tosendem Applaus.“ Anakin Skywalker sagt einmal, wer nicht mit ihm sei, sei sein Feind. Dies sei ein Zitat Bushs: „Im Krieg ist man entweder mit uns oder gegen uns.“ Lucas äußert sich zurückhaltend zu diesen Analogien – er habe beim Schreiben an Hitler und Watergate gedacht. Wenn der Film auf die Gegenwart zutreffe, bestätige das nur, das sich Geschichte wiederhole. Die „Krieg-der-Sterne“- Filme sind aber so universell, dass man alles in sie hinein interpretieren kann. Dass man Freiheit und Demokratie verteidigen muss, kann man immer wiederholen. Die Frage ist nur, ob die USA heute eine korrupte Diktatur sind. Selbst wenn Lucas das glaubt, wird sein Streifen nicht mehr Leute davon überzeugen als „Fahrenheit 9/11“.

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