Wirtschaft : Kursfeuerwerk mit kurzer Lebensdauer

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Von Daniel RheePiening

Das war ein Tag nach den Wünschen der Börsianer. Der Dax, der die dreißig größten deutschen Unternehmen umfasst, verbesserte sich um fast sieben Prozent. Es scheint, als hätten die Anleger die Krise satt. Trotz des drohenden Krieges mit dem Irak, trotz der Terroranschläge auf Bali, trotz miserabler Nachrichten aus dem Export und von der Konjunktur. Die Akteure an der Börse wollten positive Nachrichten. Und die haben sie auch bekommen. Gute Quartalszahlen beispielsweise von Philips und anderen Technologiefirmen.

Doch von einer Trendwende kann leider noch nicht die Rede sein. Die Börsianer haben sich nur eine anders getönte Brille aufgesetzt. Schlechte Zahlen vor Jahresfrist haben es den Unternehmen diesmal erleichtert, im Vergleich gute Berichte vorzulegen. In Wahrheit wurden häufig die Gewinnprognosen nach unten revidiert. Auch bei den Bankenwerten die sich gestern so deutlich erholen konnten, hat sich fundamental nichts geändert. Sicherlich, Breuer&Co haben beruhigend auf die Anleger eingeredet. Aber an der Tatsache, das die Erlöse der Institute wenig zufriedenstellend sind, gibt es nichts zu rütteln. Deshalb sind sich die meisten Beobachter einig: Der Durchbruch nach oben sind die Gewinne vom Dienstag noch nicht.

Hinzu kommt, die Anleger und ihre Berater in den Banken sind vorsichtiger geworden. Nicht mehr der Glaube an unbegrenztes Wachstum bestimmt das Handeln. Diesmal werden auch Gewinne mitgenommen, also Aktien verkauft, wenn es gerade mal nicht ganz so schlimm ist. Schon deshalb wird es immer wieder Widerstandslinien und Rückschläge an der Börse geben. Schon morgen könnte es wieder heißen: Der Dax bricht ein.

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