Wirtschaft : Kursmakler unterstützen die Regionalbörsen

FRANKFURT (MAIN)/BERLIN (ro/dr).In den anhaltenden Zwist zwischen der Deutsche Börse AG (DBAG) in Frankfurt (Main) und den sieben Regionalbörsen mischen sich jetzt auch Kursmakler ein.Mit einer Initiative "Pro Regionalbörsen" wollen sie den kleinen Börsen unter die Arme greifen, die Monopol-Stellung der DBAG und vor allem deren angeblich gezielte Ausnutzung durch die Frankfurter Börsenoberen angreifen und schließlich etwas für die Zukunftssicherung der eigenen Geschäfte tun.Um ihre Positionen in der Öffentlichkeit populär zu machen, sollen vom heutigen Mittwoch an Anzeigen in den überregionalen Zeitungen geschaltet werden.

Gesetze sollen nicht geändert oder neu geschaffen werden, betonte der Hamburger Rechtsanwalt Gerhard Commichau, der Sprecher der im April gegründeten Initiative, der Makler von allen sieben deutschen Regionalbörsen angehören.Es gehe um den Erhalt der dezentralen Börsenstruktur im Interesse des Wettbewerbs und vor allem des Privatanlegers, um einen fairen Wettbewerb zwischen Computer-Handelssystemen und dem Handel auf dem Parkett und um die Beseitigung von Wettbewerbshürden für kleine und mittlere Banken."Wir wünschen uns eine Ergänzung: Deutschland braucht die Computerbörse, aber auch die computerunterstützte Maklerbörse", betonte Commichau am Dienstag vor der Presse.

Für die Berliner erklärte Claus-Jürgen Diederich, der auch Präsident des Bundesverbandes der Kursmakler an den Deutschen Wertpapierbörsen ist, gehe es insbesondere darum, den Privatanlegern faire Konditionen zu bieten.Die Kursmakler werfen der Deutsche Börse AG vor, die Regionalbörsen beim Computerhandelssystem Xetra zu benachteiligen.Sie plädieren für faire Börsenpreise, die ihrer Ansicht nach über Xetra nicht immer garantiert sind.Dies sei ein System nur für Profis.Bei den großen Dax-Werten funktioniere Xetra ganz gut, nicht aber bei den M-Dax-Titeln und den small caps, so Diederich.Letztere sind aber neben den Werten aus dem Freiverkehr eine der Domänen beispielsweise der Berliner Börse.

An der Spree versucht man sich besonders im Handel mit osteuropäischen Titeln zu profilieren.Daneben kann man auch beim Handel mit Aktien des Neuen Marktes, die an der Spree meist im Freiverkehr gehandelt werden, Erfolge vorweisen.Hier liegen die Umsätze häufig höher als am Main.Positiv ausgewirkt hat sich auch die Verlängerung der Handelszeiten.

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