Wirtschaft : Kursverluste: "Die Käufer sind zu oft enttäuscht worden"

Intel,IBM haben am Dienstagabend Zahlen vorgel

Am Frankfurter Neuen Markt sind die Kurse am Mittwoch erneut eingebrochen. Über die Gründe und die weiteren Aussichten sprach Daniel Rhée-Piening mit Peter-Thilo Hasler, dem Leiter des Technology-Teams bei der Hypo-Vereinsbank in München.



Intel und IBM haben am Dienstagabend Zahlen vorgelegt. Zur Kenntniss genommen hat die Börse aber offenbar nur die schwächeren von IBM?

Das stimmt leider. Die augenblickliche Verfassung des Marktes ist sehr schlecht. Die Käufer haben besonders am Neuen Markt in jüngster Zeit so viele Enttäuschungen erlebt, dass sie auf positive Meldungen kaum noch reagieren.

Also vorwiegend psychologische Gründe?

Eine Rolle dürften auch Presseberichte über massive Verkäufe von Investmentfonds gespielt haben. Dies verunsichert die Anleger zusätzlich.

Auch Sie klingen ziemlich enttäuscht.

Die Entwicklung am gestrigen Mittwoch hat mich etwas verwundert. Immerhin waren die Zahlen von Intel und IBM nicht überraschend. Dennoch meinen die Anleger offenbar, dass noch weitere Enttäuschungen folgen werden.

Könnten die Zahlen von SAP am Donnerstag eine Wende bringen?

Wir haben SAP auf Outperfomer eingestuft und es spricht sehr viel dafür, dass SAP gute Zahlen vorlegen wird. Im Gegensatz etwa zu IBM, dass unter dem hohen Dollarkurs zu leiden hat, profitieren die Walldorfer davon. SAP ist ein Währungsgewinner. Doch die Probleme der US-Unternehmen werden derzeit eins zu eins auf die deutschen Gesellschaften übertragen.

Kommt demnach am Donnerstag die Wende?

Mit einer solchen Aussage bin ich vorsichtig. Wir haben viele tolle Unternehmen am Neuen Markt. Nehmen Sie WWL, die wir an die Börse gebracht haben. Das Unternehmen hat gute Zahlen, aber nach dem jüngsten Kurssturz beträgt seine Marktkapitalisierung weniger als die Hälfte derjenigen von Gigabell.

Was können Sie dem Privatanleger überhaupt noch empfehlen?

Die Börse kennt den Spruch: Greife nicht in ein fallendes Messer. Diese Empfehlung gilt auch derzeit wieder. Der Investor, der auf Nummer Sicher gehen will, sollte lieber etwas länger warten - lieber zu lange als zu kurz.

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