Wirtschaft : Länder halten General Motors die Treue

Berlin - Die Bundesländer mit Opel-Werken haben dem Autohersteller ihre Unterstützung zugesagt und an den Mutterkonzern General Motors (GM) appelliert, seine Zusagen einzuhalten. GM hatte am Mittwoch alle Anträge auf Staatsbürgschaften zurückgezogen und erklärt, die Opel-Sanierung, die 3,3 Milliarden Euro kostet, allein finanzieren zu wollen.

„Die Landesregierung ist weiterhin bereit, Opel bei Investitionen in den Ausbau des Standorts Eisenach im Rahmen seiner Investitions- und Technologieförderung sowie anderer Maßnahmen zu unterstützen“, erklärte das thüringische Wirtschaftsministerium am Donnerstag. Förderzusagen seien allerdings an die Einhaltung der Zusagen für den Standort und die Beschäftigungssicherung gekoppelt. Opel beschäftigt in Eisenach 1600 Mitarbeiter. Zusammen mit den Werken in Rüsselsheim (14 400), Bochum (4700) und Kaiserslautern (3200) hat Opel in Deutschland rund 24 000 Beschäftigte. Etwa 4000 Stellen sollen gestrichen werden – 1800 in Bochum, 860 in Rüsselsheim, 300 jeweils in Eisenach und Kaiserslautern. Zusätzlich stehen im Vertrieb und in der Verwaltung rund 700 Stellen zur Disposition.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) kritisierte am Donnerstag das Verhalten der Opel- Mutter GM heftig. „Das Ergebnis ist okay, aber das Verfahren war unsäglich“, sagte Rüttgers im ZDF über die am Vortag mitgeteilte Entscheidung des Unternehmens. „Man wusste nie Bescheid, was die da in Detroit wollten“, fügte er mit Blick auf den Firmensitz von GM hinzu. Den neuen Opel-Chef Nick Reilly nahm Rüttgers ausdrücklich von der Kritik aus, „auf dessen Wort war bisher Verlass“.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) erklärte, das „viel zu lange Warten der Bundesregierung, endlich eine Entscheidung zu treffen“, habe das Vertrauensverhältnis zu GM beschädigt. Jetzt seien erhebliche Investitionen nötig. mot

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