Wirtschaft : Landwirtschaft: Lieber Huhn als Rind

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Als Folge der BSE-Krise haben die Deutschen im vergangenen Jahr erstmals mehr Geflügel als Rindfleisch gegessen. Der Schweinefleischverzehr blieb dagegen trotz Maul- und Klauenseuche stabil, teilte die Centrale Marketing-Gesellschaft der Deutschen Agrarwirtschaft (CMA) am Donnerstag in Berlin mit.

Nach dem ersten BSE-Fall im November 2000 brachten die Deutschen insgesamt weniger Fleisch auf den Tisch. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank im vergangenen Jahr auf 60,7 Kilo - das waren 700 Gramm weniger als im Vorjahr. Allein der Rindfleisch-Absatz sackte nach CMA-Angaben zeitweise um 70 Prozent ab. Mittlerweile scheinen viele Deutsche die Seuche aber erfolgreich verdrängt zu haben: Trotz neuer BSE-Fälle steigt der private Verbrauch seit Mitte 2001 wieder an.

Um verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen, will die CMA ein neues Qualitätszeichen- und Sicherungszeichen einführen. Der Name: QS. Es soll nach Angaben von CMA-Geschäftsführer Jörn Dwehus ein dreistufiges Kontrollsystem bei der Erzeugung, Verarbeitung und dem Handel mit Lebensmitteln garantieren. Marken- und Herkunftszeichen (etwa "Qualität aus deutschen Landen") werde es aber auch weiterhin geben. Die ersten Fleischprodukte mit dem QS-Siegel könnten bereits im Sommer in den Handel kommen, sagte Dwehus. Das neue Siegel soll unter anderem ausschließen, dass bei der Mast Antibiotika verfüttert werden. Landwirten ist es allerdings frei gestellt, ob sie sich den verstärkten Kontrollen unterziehen, die Voraussetzung für Verleihung des Siegels sind.

Die CMA rechnet zwar mit einer verstärkten Nachfrage nach Öko-Produkten, sieht aber gleichzeitig eine sinkende Bereitschaft der Verbraucher, dafür mehr Geld auszugeben als für normale Produkte. "Entscheidend für die Entwicklung des Ökomarktes wird das Preisniveau für diese Erzeugnisse sein", sagte Dwehus.

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