Wirtschaft : Langsam kommt Schwung in die Branche

Die Konjunktur im Baugewerbe verläuft nach Einschätzung der IG Bau-Agrar-Umwelt besser als erwartet. Im Westen sei der Auftragseingang gut. Falls sich auch im Osten die vom Münchner Ifo-Institut ermittelten zwölf Prozent Plus bei den Bestellungen bestätigten, "wäre dies sogar toll", sagte der IG-BAU-Vorsitzende Klaus Wiesehügel am Wochenende. Auf die Beschäftigung am Bau werde der positive Trend allerdings nur eine geringe Auswirkung haben. Es sei vielmehr zu befürchten, dass 1999 weitere 75 000 Stellen im Bauhauptgewerbe wegfielen. "Immerhin etwas weniger als im vergangen Jahr." Im Mai 1999 waren nach Angaben von Wiesehügel 860 000 Arbeitnehmer im Bauhauptgewerbe tätig, im August des vergangenen Jahres waren es noch 952 000.

Insgesamt würden rund 1,1 Millionen Menschen im Bauhauptgewerbe arbeiten, betonte der IG-BAU-Chef. Die Differenz von knapp 300 000 werde von so genannten Entsende-Arbeitern ausländischer Firmen - vorwiegend aus Polen und Portugal - geschlossen. "Dieser Verdrängungswettbewerb wäre noch schlimmer, wenn wir den Mindestlohn nicht eingeführt hätten", sagte Wiesehügel.

Bei einem Mindestlohn von 16,28 DM im Osten (West: 18,50) plus 15 Prozent Urlaubsgeld lohne es sich für ausländische Firmen weniger, hier zu Lande Aufträge auszuführen. Angesichts der aktuell guten Baukonjunktur in Portugal werde die Gewinnspanne bei legaler Beschäftigung und korrekter Abführung der Sozialbeiträge im Heimatland zunehmend unattraktiv.

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