Wirtschaft : LBB-Aktionäre klagen

Das kann die Übernahme ihrer Anteile verzögern.

Berlin - Die Kleinaktionäre der Landesbank Berlin (LBB) wollen eine höhere Abfindung von den Sparkassen. Deshalb haben sie jetzt vor dem Landgericht Berlin Klage eingereicht. In einem ersten Schritt wehren sie sich dagegen, ihre Anteile an der LBB an die Sparkassen abgeben zu müssen (Squeeze Out).

2007 hatten die Sparkassen die Mehrheit der LBB-Aktien erworben. Kleinaktionäre hielten zuletzt nur noch 1,32 Prozent. Der Beschluss zum Squeeze Out fiel auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Ende April. Mit ihrer Klage wollen die Aktionäre jetzt erreichen, dass dieser Beschluss für unwirksam erklärt wird. Sie argumentieren mit formalen Fehlern. „Die Aktionäre sind im Vorfeld nicht vollständig informiert worden“, sagte Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger.

Die Kleinaktionäre können mit der Klage ihr Herausdrängen nicht verhindern, aber verzögern. Kunert geht davon aus, dass die Bank dadurch länger als bislang geplant börsennotiert bleiben muss. Eigentlich sollte die Übernahme der Aktien durch die Sparkasse noch in diesem Monat im Handelsregister eingetragen und die LBB dann von der Börse genommen werden. „Durch die Verzögerung kann es gut sein, dass die Bank im August eine weitere ordentliche Hauptversammlung abhalten muss“, sagte Kunert.

Die Bank hält die Klagen für unbegründet. Die Aktionäre seien umfassend und richtig informiert worden, teilte die LBB auf Anfrage mit. Bekommen die Kleinanleger vor Gericht Recht, muss über den Squeeze Out neu abgestimmt werden. „Bei einem neuen Anlauf dürfte es für die Sparkassen schwerer werden, eine so niedrige Abfindung durchzusetzen“, sagte Aktionär Hans-Joachim Legermann. 4,01 Euro wollten die Sparkassen bislang pro Aktie zahlen. Diese Abfindung basiert jedoch auf dem abgelaufenen Geschäftsjahr, in dem die LBB noch Verlust machte. Mittlerweile ist sie in die Gewinnzone zurückgekehrt. cne

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