Wirtschaft : Lebensmittelmarkt: Für "König Kunde" brechen goldene Zeiten an

Goldene Zeiten für "König Kunde". In den deutschen Lebensmittelregalen purzeln die Preise munter weiter. Während sich die Verbraucher über immer niedrigere Ausgaben für Grundnahrungsmittel freuen, geht es bei kleineren Unternehmen ans "Eingemachte". Der Wettbewerbsdruck verschlingt Kapitalreserven und zwingt zu Geschäftsaufgaben. Nach einer Analyse des Frankfurter Handelsforschungsinstitutes M+M Eurodata beherrschen die 30 größten Unternehmen der Branche inzwischen schon 98 Prozent des Marktes. Aber auch bei den großen Handelskonzernen ist jetzt die Schmerzgrenze im Preiskampf erreicht. Der jüngste Schlagabtausch des US-Giganten Wal-Mart und des "Pfennigfuchsers" Aldi wird in der Branche mit großer Sorge betrachtet. So befürchtet Rewe einen "Vernichtungsfeldzug", der die wirtschaftliche Basis des gesamten deutschen Lebensmittelhandels erschüttere. Der Ruf nach den Kartellwächtern wird immer lauter. Die Konkurrenz bescheinigt Wal-Mart eine geschickte Angriffstaktik: Denn bei einem geringen Marktanteil seien die eigenen Verluste niedrig.

Die seit zweieinhalb Jahren in Deutschland aktiven Amerikaner von Wal-Mart zwingen die einheimischen Konzerne dazu, mehr Fantasie im Wettbewerb zu entwickeln. "Im Einzelhandel findet jeden Tag eine Abstimmung mit den Füßen statt", sagte Hans-Joachim Körber, der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten europäischen Handelskonzerns Metro. Der Kunde soll jetzt mit Service und Treuevorteilen dazu bewegt werden, nicht zur Konkurrenz-Kette zu wechseln. Als einen Trumpf sieht die Metro-Tochter "Real" dabei das "Payback"-Verfahren an, eine elektronische Variante der alten Rabatt- und Konsummarken. Immer mehr Kunden würden diese Karte zücken, heißt es.

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