Wirtschaft : Lebensversicherung: Rendite-Versprechen korrigiert

früh / rl

Fallende Börsen, niedrige Zinsen und zum Teil auch schwache Immobilienmärkte setzen den Lebensversicherern zu. Die Kunden haben bisher wenig davon gemerkt. Denn die Gesellschaften schreiben ihnen, um im Wettbewerb gut dazustehen, seit Jahren höhere Zinsen gut, als sie an den Kapitalmärkten tatsächlich verdienen. Je länger die Börsen- und Zinsflaute dauert, desto mehr schwinden aber die Reserven. Die Folge: Die Branche muss ihre Leistungen absenken. Bisher hat sie es weitgehend geschafft, nur für die neuen Kunden die Zinsen herabzustufen - die alten bekommen meist noch höhere Sätze.

Im Schnitt hat die Branche ihren Kunden für das vergangene Jahr noch sieben Prozent "Überschussbeteiligung" auf die Sparguthaben gutgeschrieben. Das funktioniert nur, weil Allianz und Co. in früheren Jahren mehr verdient haben. Mit den Überschüssen haben sie üppige Reservepolster aufgebaut, aus denen sie nun ihre Anlageergebnisse für die Kunden aufbessern. Fast alle Gesellschaften haben 1997 bis 1999 in großem Stil Aktien verkauft. Seit Frühjahr 2000 wird es eng, weil die Börse nicht mehr läuft. Wenn die Flaute anhält, könnten auch Gutschriften für bestehende Verträge gesenkt werden. Denn garantiert wird nur eine Mindestverzinsung von derzeit 3,25 Prozent (für Altverträge auch noch vier Prozent) - alles darüber ist nur ein Versprechen. Aber nicht nur der Zinssatz ist wichtig. Denn als Sparguthaben bleibt nur das eingezahlte Geld abzüglich Kosten und Risikoprämie (für die Absicherung des Todes) übrig. Bei Gesellschaften mit hohen Kosten ist das Guthaben kleiner und damit auch die Basis für die Verzinsung.

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