LEXIKON : LEXIKON

QUALITÄTSWEIN

Begriff aus dem deutschen Weinrecht von 1971, der einen nach Mindestanforderungen erzeugten Wein genau definierter bestimmter Anbaugebiete („b.A.“) bezeichnet. Darauf bauen die Qualitätsweine mit Prädikat (Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese) auf – keine qualitative Bewertung, sondern Äquivalent des Mostgewichts, also der Süße des Mostes. Die Weine können trotzdem durchgegoren und also trocken sein. Zunehmend sind die deutschen Winzer aber bestrebt, nur noch süße oder „feinherbe“ (halbtrockene) Weine als Prädikatsweine zu deklarieren, um Klarheit zu schaffen.

OECHSLE

Maßeinheit für den Zuckergehalt des frisch abgepressten Mostes und damit auch Anhaltspunkt für den Alkoholgehalt des Weins nach der Gärung. Ein Qualitätswein muss je nach Anbaugebiet zwischen 50 und 72 Grad Oechsle bringen, Prädikatsweine entsprechend mehr.

LAGE

Ursprünglich ein exakt umgrenzter Weinberg. Durch das Weinrecht von 1971 wurden berühmte Lagennamen (z um Beispiel Niersteiner Domtal) auf ganze Regionen ausgedehnt, was zum Qualitätsverfall führte. Durch die rechtlich bisher nicht geregelte Einführung „Erster Lagen“ hat der Verband der Prädikatsweingüter (VDP) die Rückkehr zur klassifizierten Einzellage eingeleitet. „Großes Gewächs“ heißen die trockenen Weine aus diesen Lagen, in Analogie zum französischen...

GRAND CRU

Zentraler Begriff aus dem französischen Weinrecht. Er bezeichnet generell beste Lagen, wird allerdings in den Regionen unterschiedlich verwendet. In Burgund und im Elsass ist er die absolute Spitzenkategorie für einzelne Lagen (zum Beispiel Romanée), im Bordeaux-Gebiet wird er nur in St. Emilion und dort nur für komplette Weingüter verwendet, und zwar in einem komplizierten System mit zwei Premier Grand Cru classés (A) an der Spitze. Achtung: Ein „St. Emilion Grand Cru“ ohne den Zusatz „classé“ ist in der Regel ein nachrangiger Allerweltsrotwein. Die berühmten Medoc-Weine tragen nur den Titel „Premier Cru“. In Deutschland gibt es Bestrebungen, Grand und Premier Cru sowie die einfachen Dorflagen, also das Burgunder-System, zu übernehmen.

TERROIR

Schlüsselbegriff des aktuellen Weltweinbaus und Gegenkonzept zum uniform designten Supermarkt-Wein. Er bezeichnet die Faktoren, die den Weingeschmack ausmachen: Klima, Sonneneinstrahlung, Bodenrelief (zum Beispiel Hangneigung, Höhe), Bodengeologie und Bodenfeuchtigkeit. Der Theorie zufolge kennzeichnen diese Faktoren jeden Wein wie ein Fingerabdruck und sollten deshalb vom Winzer präzise herausgearbeitet werden. Markante Terroir-Weine sind die nach feuchtem Schiefer duftenden Mosel-Rieslinge und die Medoc-Weine mit ihren Bleistiftnoten. Häufig zeigt sich allerdings bei direkten Vergleichen, dass die Handschrift des Winzers einen weitaus größeren Einfluss auf den Wein hat.

BARRIQUE

Kleines Holzfass (225 l), ursprünglich in Bordeaux definiert, gibt dem Wein Struktur und Komplexität, wurde aber in den letzten Jahrzehnten zum Synonym für betonten „Holzgeschmack“. Der kann längst auch billiger durch Beutel mit Holzchips erreicht werden, gilt aber weltweit inzwischen als unmodern. bm

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