Wirtschaft : Liebling Kreuzberg

Berliner Mieten steigen. Anderswo warnen Makler bereits vor einer Blase.

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Berlin - Der Ansturm von Käufern auf Wohnimmobilien hält unvermindert an – und Berlin zählt für die Investoren neben München zu den begehrtesten deutschen Städten. Die große Nachfrage treibt die Preise in die Höhe: Für Eigentumswohnungen in München zahlten Käufer im ersten Halbjahr 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, in Berlin lag das Plus bei 15 bis 20 Prozent. Dafür steigen die Mieten in der deutschen Hauptstadt stärker als in München. In Berlin lag das Plus bei zehn Prozent, in der bayerischen Landeshauptstadt bei fünf bis zehn Prozent.

Dies geht aus einer aktuellen Studie der internationalen Maklergesellschaft Jones Lang Lasalle hervor. Bemerkenswert an den neusten Zahlen ist, dass die Kaufpreise deutlich stärker, teilweise sogar doppelt so schnell wie die Mieten steigen. „Ein normales Verhältnis von Kaufpreis zu Rendite ist in einzelnen Teilmärkten nicht mehr gegeben“, warnen die Makler – von einer drohenden Blase könnte man, einfach ausgedrückt, wohl auch sprechen.

In Leipzig, München, Hamburg, Frankfurt und Düsseldorf stiegen die Wohnungspreise doppelt so schnell wie die Mieten. In Stuttgart, Köln und Berlin kletterten die Kaufpreise um 50 Prozent schneller als die Mieten.

Bei den Mieten lag das Plus in München bei 1,05 Euro. Nun werden 13,15 Euro je Quadratmeter und Monat bezahlt (plus 8,8 Prozent). In Berlin stiegen die Mieten um 85 Cent auf 7,40 Euro je Quadratmeter (plus 13,1 Prozent). Die Preise von Wohnungen beziffern die Makler in München mit 4240 Euro je Quadratmeter und Monat (plus 23 Prozent). In Berlin lag das Plus bei 20 Prozent, so dass Wohnungen für 2200 Euro je Quadratmeter gehandelt werden. Seit dem Jahr 2009 betrug der Anstieg 37,5 Prozent.

Rekorde melden Jones Lang Lasalle auch beim „Investvolumen“: Bereits zum Ende des ersten Halbjahres 2012 seien deutschlandweit 6,4 Milliarden Euro beim Handel mit Wohnimmobilien umgesetzt worden, so viel wie im gesamten vergangenen Jahr. Insgesamt rund 123000 Wohnungen hätten im Rahmen von 127 Transaktionen den Eigentümer gewechselt. Bis zum Ende des Jahres rechnen die Makler mit einem Gesamtumsatz von zehn Milliarden Euro, verkauft wird beispielsweise die TLG-Immobilien. Ralf Schönball

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