Loch im Flugzeug : Neuer Ärger für Air Berlin

Haben die Passagiere den Start in Düsseldorf und damit eine Katastrophe verhindert? Air Berlin sagt nein. Der Kapitän habe das Leck bemerkt.

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In Not: Air Berlin hat jede Menge Probleme. Die Gepäckabfertigung in Tegel klappt nicht und das Unternehmen hat finanzielle Schwierigkeiten. Foto: Wolfgang Kumm/dpa
In Not: Air Berlin hat jede Menge Probleme. Die Gepäckabfertigung in Tegel klappt nicht und das Unternehmen hat finanzielle...Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Neuer Ärger für Air Berlin. Die Fluggesellschaft kämpft seit Wochen mit Abfertigungsproblemen am Flughafen Tegel. Nun sollen Passagiere auf einem Air Berlin-Flug die Crew gehindert haben, mit einem Loch im Rumpf der Maschine abzuheben.

„Fluggäste, unter anderem ich, haben das Loch entdeckt, als wir in das Flugzeug einsteigen sollten“, schreibt Robert T., 32, auf der Internetseite des Kölner Boulevardblatts „Express.de“. „Ich war davon ausgegangen, dass jedes Flugzeug vor dem Start geprüft wird. Hier aber haben die Passagiere die Crew auf das Loch aufmerksam gemacht“, berichtet der Jurist. „Und diese hat uns erst noch gesagt, es sei alles in Ordnung, wir sollten Vertrauen haben.“ Erst nach der Meuterei der Passagiere sei das Flugzeug geräumt werden, schreibt Vielflieger Robert T. Das Ganze ist bereits am vergangenen Sonntag auf dem Flug von Düsseldorf nach Stuttgart geschehen, bekannt geworden ist der Vorfall aber erst jetzt.

Nicht "Air Berlin" ist geflogen, sondern "Mistral Air"

Air Berlin weist die Vorwürfe zurück. Tatsächlich hat nicht die Berliner Fluggesellschaft den Flug durchgeführt, sondern sie hat den italienischen Charterflieger „Mistral Air“ eingeschaltet. „Mistral Air“ war 1981 von dem Schauspieler Bud Spencer gegründet worden, gehört aber jetzt der italienischen Post. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Rom hat, habe alle behördlichen Sicherheitszertifikate, betonte eine Air Berlin-Sprecherin auf Anfrage. Auch Alitalia greift auf den Charterflieger zurück.

Air Berlin: Der Kapitän hat das Leck bemerkt

Wichtiger aber: Eine Gefahr für die Passagiere habe nie bestanden, heißt es bei Air Berlin. Bevor eine Maschine abhebe, werde die Unversehrtheit des Flugzeugs nämlich gleich zwei Mal kontrolliert, einmal vom Piloten und dann noch von einem „Ramp Agenten“ am Boden. So auch im Fall der „Mistral Air“-Maschine. Der Kapitän habe den routinemäßigen Check allerdings aus Zeitgründen parallel zum Boarding der Passagiere durchgeführt – und zwar in zwei Etappen. Während des Boardings habe der Pilot die Inspektion unterbrochen, um Flugvorbereitungen im Cockpit vorzunehmen. Danach habe er den Rundgang fortgesetzt – und das Flugzeug anschließend für flugunfähig erklärt. „Die Maschine wäre niemals abgehoben“, sagte die Sprecherin dem Tagesspiegel, eine Gefahr für die Passagiere habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die 70 Passagiere wurden auf einen anderen Flug umgebucht und kamen mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Stuttgart an.

Air Berlin hat jede Menge Probleme

Meldungen wie diese sind für jede Airline schlecht, Air Berlin kann solche Nachrichten derzeit aber überhaupt nicht gebrauchen. Nach dem Wechsel des Dienstleisters hat die Fluggesellschaft große Probleme mit der Gepäckabfertigung am Flughafen Tegel. Hinzu kommen die finanziellen Probleme des Unternehmens. Air Berlin verbrennt jeden Tag drei Millionen Euro und wird nur durch Finanzspritzen des Großaktionärs Etihad über Wasser gehalten. Möglicherweise wird die Berliner Fluggesellschaft aber künftig einen neuen Eigentümer haben: Die Lufthansa ist an einer Übernahme interessiert.

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