LÖHNE : Mehr für wenige

2012 war kein schlechtes Jahr für die Arbeitnehmer – um satte 4,5 Prozent stieg das Gehalt etwa für Chemiebeschäftigte. Real dürfte insgesamt ein Prozent in den Taschen der Beschäftigten geblieben sein. Ob das 2013 ähnlich wird, hängt vom Verhandlungsgeschick der Gewerkschaften ab: Bis Ende des Jahres werden die Tarifverträge für 12,5 Millionen Menschen neu ausgehandelt. Darunter sind wichtige Branchen wie die Metall- und Elektroindustrie (3,7 Millionen Beschäftigte), der öffentliche Dienst der Länder (630 000), der Bau (650 000) sowie die Zeitarbeit (890 000). Hinzu kommen Konzerne wie die Deutsche Post oder Volkswagen, für die Haustarife gelten. Zwar gehen die Gewerkschaften mit vollmundigen Forderungen in die Gespräche, Verdi etwa verlangt für die Beschäftigten der Länder 6,5 Prozent mehr. Allerdings hat der Arbeitsmarkt die besten Zeiten vorerst hinter sich, und das Wachstum bleibt schwach – das sorgt nicht eben für eine bessere Ausgangsbasis der Gewerkschaften. Ohnehin profitiert längst nicht jeder von Lohnzuwächsen: Jeder Dritte arbeitet heute in Teilzeit, als Leiharbeiter oder in einem Minijob – 1990 war es erst jeder Fünfte. Menschen in derlei Beschäftigungsverhältnissen profitieren meist nur unterdurchschnittlich von Lohnerhöhungen – wenn überhaupt. brö

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