Wirtschaft : Lohnkostenzuschüsse nur wenig nachgefragt

Rund 1900 DM für jeden zusätzlichen Mitarbeiter

BERLIN (dr).Die Situation ist gerade in heutiger Zeit selten: Geld ist da, doch zu wenige wollen es haben.So appellierten am Mittwoch der Präsident des Landesarbeitsamtes Berlin-Brandenburg, Klaus Clausnitzer, und Wirtschaftsstaatssekretär Wolfgang Branoner vor der Presse an die Berliner Unternehmen, stärker die Lohnkostenzuschüsse bei der Einstellung von Arbeitslosen zu nutzen.Das Lohnkostenzuschuß-Programm zur Einstellung von Arbeitslosen werde in Berlin im Vergleich zu Brandenburg nur schleppend durch die Unternehmen abgefragt, so Branoner.Bis heute stünden rund 10 700 Anträgen aus dem Land Brandenburg nur etwa 1700 aus den östlichen Bezirken Berlins gegenüber.Clausnitzer wies darauf hin, daß der Lohnkostenzuschuß Ost für Wirtschaftsunternehmen vom 1.Januar 1998 an auch auf den Westteil Berlins ausgedehnt wird.Er gilt jedoch nicht in den alten Bundesländern.Das Programm ist von der EU-Kommission gebillgt. In Anspruch nehmen kann den Zuschuß jedes Berlin Unternehmen und jede Firma in den neuen Bundesländern.Die Branche spielt dabei keine Rolle.Voraussetzung ist, daß der Personalbestand des Betriebs in den letzten sechs Monaten vor Beginn der Förderung nicht verringert worden ist und auch während der Förderung nicht verringert wird.Die Förderung ist pro Arbeitnehmer auf zwölf Monate begrenzt.Je nach Betriebsgröße werden bis zu zehn zusätzliche Arbeitsplätze gefördert.Die Förderung ist möglich, wenn der Arbeitnehmer drei Monate beim Arbeitsamt gemeldet war und Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bezogen hat oder in einer Maßnahme der Arbeitsbeschaffung beschäftigt war oder Kurzarbeitergeld bezogen hat.Gezahlt werden vom Arbeitsamt monatlich rund 1900 DM. Laut Clausnitzer ist das Programm auf der einen Seite eine Liquiditätshilfe für die Betriebe, aber es dient auch der Qualifizierung von Arbeitslosen.Man helfe dem Einzelnen und dem Betrieb.Das Programm hat keine finanzielle Obergrenze, die Finanzierung erfolgt aus dem eingesparten Arbeitslosengeld. Als positives Beispiel wurde am Mittwoch die Industriebuchbinderei Fuhrmann in Hohenschönhausen vorgestellt.Gegründet hat das Unternehmen Georg Fuhrmann im Frühjahr diesen Jahres.Gegenwärtig werden 42 Mitarbeiter beschäftigt, darunter zwei im Rahmen des Lohnkostenzuschuß-Programms.Sie sind seit Oktober diesen Jahres angestellt.

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