Wirtschaft : Luftfahrt: Nicht die erste Krise

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Noch vor einigen Monaten herrschte Optimismus beim Regionalflugzeugbauer Fairchild Dornier im oberbayerischen Pfaffenhofen: Der Aufsichtsratsvorsitzende Charles Pieper legte den ersten Spatenstich für die neue Montagehalle - und das mitten in der Krise, gerade mal vier Wochen nach dem 11. September. In der neuen Halle soll das neue Modell vom 728er Jet gebaut werden.

Auf das neue Flugzeug setzte Pieper auch bei seinen Umsatzprognosen: Bis 2008 wollte er eine Umsatzsteigerung von 800 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro erreichen. Möglich waren die kühnen Expansionspläne durch die neuen Eigner geworden, die Fairchild Dornier im Jahr 2000 übernahmen und aus einer Finanzkrise retteten. Das US-Investmenthaus Clayton, Dubilier & Rice, bei dem der texanische Pieper Partner ist, und die Münchner Allianz versorgten Dornier damals mit frischem Kapital.

Mitte der 90er Jahre stand das Unternehmen schon einmal vor dem Aus. Der damalige Dornier-Mehrheitseigner Dasa - und damit der Daimler-Benz-Konzern - versuchte, Dornier um fast jeden Preis abzustoßen. Schließlich fand sich 1996 ein Käufer: Carl Albert aus den USA und sein kleines texanisches Unternehmen Fairchild Aerospace. Für seinen Einstieg musste Albert nichts bezahlen. Höhere Nachfrage nach kleineren Flugzeugen versprachen dem Unternehmen Ende der Neunziger dann zunächst eine rosige Zukunft. Dazu kam, dass sich wichtige Hersteller von kleinen Maschinen wie Saab oder Fokker aus dem Markt zurückzogen.

Gegründet wurde Dornier bereits 1914. Inzwischen ist die Firma nach Airbus zweitgrößter deutscher Flugzeugbauer und weltweit in der Regionaljetklasse unter den ersten dreien. Dornier baut Flugzeuge für den Regional- und Privatflugbereich sowie für militärische Zwecke.

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