Luftfahrt : Super-Flugzeuge bereiten Boeing und Airbus Probleme

Sowohl Boeing als auch Airbus sollen Lieferschwierigkeiten bei ihren Super-Flugzeugen B787 und A380 haben. In Briefen sollen die Konzerne Ihre Kunden über die Verzögerung informiert haben. Beide Unternehmen dementierten.

A380
Der A380. -Foto: dpa

Berlin/WashingtonDer US-Flugzeugbauer Boeing hat Berichte über eine weitere Verzögerung der Auslieferung des Dreamliner-Passagierflugzeuges am Samstag dementiert. Der Terminplan für den B787 "bleibt derselbe, den wir im April bekanntgegeben haben", sagte Boeing-Sprecherin Yvonne Leach. "Es gibt keine neue Verspätung."

Im April hatte Boeing zum wiederholten Mal Verzögerungen beim Dreamliner bekanntgegeben und angekündigt, die ersten Lieferungen des Langstreckenjets seien für das dritte Quartal 2009 geplant. Ursprünglich sollten die ersten Dreamliner schon Mitte 2008 an die Kunden geliefert werden. Dem Konzern liegen rund 700 Bestellungen im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar (rund 63,5 Milliarden Euro) vor.

Airbus und Boeing sollen Kunden über Lieferschwierigkeiten informiert haben

Zeitungen hatten berichtet, die Konkurrenten Boeing und Airbus hätten Probleme bei der Fertigung ihrer Super-Flugzeuge B787 und A380. Beide Flugzeugbauer hätten ihre Kunden in Briefen auf mögliche erneute Verzögerungen bei der Auslieferung hingewiesen, heißt es in Medienberichten.

Airbus erklärte, das A380- Programm werde derzeit überprüft, weil eine wichtige Stufe in der Umstellung auf die Serienverkabelung mit der neuen Entwicklungssoftware erreicht sei. Die Maschine mit der Seriennummer 26, die als erste vollständig digital konzipiert werde, dürfte tatsächlich leicht später kommen. Das heiße aber nicht, dass die Maschine Nummer 27 auch später komme, und andere Maschinen könnten auch früher ausgeliefert werden als vorgesehen. Vorrangig sei für Airbus derzeit, einen hochwertigen Referenzpunkt für die Serienfertigung zu erhalten. Von einem Brief an die Kunden zu möglichen Verzögerungen sei ihm nichts bekannt, sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath.

Die "Wirtschaftswoche" hatte berichtet, Airbus müsse den Zeitplan für Bau und Auslieferung des Großraumjets wahrscheinlich erneut ändern. Konzernchef Thomas Enders habe eine grundlegende Überprüfung des Programms angeordnet und den Einsatz der Mitarbeiter optimiert. Nach dem zuletzt im Oktober 2006 revidierten Plan sollen in diesem Jahr 13 A380 ausliefert werde. Diese Zahl werde wohl "nahezu" erreicht, sagte ein Insider der Zeitung. Doch die für 2009 geplante Auslieferung von 25 Maschinen sei wohl nicht zu schaffen.

Boeing drohen Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtete von Problemen mit der Serienfertigung des Boeing-Langstreckenjets B787 Dreamliner. Etliche Fluggesellschaften seien darüber informiert worden, dass sie ihre bestellten Dreamliner erst mit einer Verspätung von mehr als zwei Jahren erhalten würden. Betroffen seien Airlines, die Maschinen ab 2012 ausgeliefert bekommen sollten. Konkret nennt der US-Hersteller in einem der Zeitung bekannten Schreiben eine "Verzögerung der Auslieferungszeit von 27 Monaten", hieß es.

Die ersten Dreamliner sollten ursprünglich im Mai an den Erstkunden All Nippon Airlines ausgeliefert werden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der US-Konzern gravierende technische und logistische Probleme beim Bau der für bis zu 300 Passagiere ausgelegten B787 eingeräumt. Anfang April wurde dann das dritte Quartal 2009 als Beginn für die Auslieferungen genannt. "Die erste Auslieferung soll nun zwar im nächsten Jahr pünktlich kommen, aber die Serienfertigung wird wohl deutlich langsamer erfolgen als bislang geplant", schreibt das Blatt. Der Dreamliner ist mit mehr als 900 Bestellungen das bisher erfolgreichste Flugzeug des Konzerns.

Boeing drohen wegen der Verzögerungen Schadensersatzforderungen der Kunden in Milliardenhöhe. Der Hersteller betont bislang, für Aussagen dazu sei es noch zu früh. Allerdings plant Boeing die ersten 25 Maschinen im Jahr 2009 ohne Gewinnmarge ein, um auf etwaige Forderungen vorbereitet zu sein. (nim/AFP/dpa)

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