Wirtschaft : Lufthansa-Piloten sehen wieder positive Signale

ro/huh

Die einzelnen Bereichsverantwortlichen der Deutschen Lufthansa werden in den nächsten Tagen prüfen, ob sie angesichts der schwierigen Lage Mitarbeiter in Deutschland entlassen müssen. Angeblich stehen bis zu 4000 Stellen auf der Kippe. Nach einem weiteren Gespräch zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa am Dienstagabend hat sich die Lage wieder etwas entspannt. "Die Atmosphäre war sehr konstruktiv", sagte Cockpit-Sprecher Georg Fongern am Mittwoch. Details nannte er nicht. Am Wochenende will man sich erneut zusammensetzen.

Dagegen gibt es noch keinen neuen Termin für die Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Am stärksten gefährdet sind offenbar die rund 1000 Mitarbeiter, die im Passagierverkehr noch in der Probezeit sind. Verdi stellte am Mittwoch aber weitere Zugeständnisse in Aussicht. Ihr Verhandlungsführer Jan Kahmann sagte dem Handelsblatt, der laufende Lohntarifvertrag könnte über die bisher schon angebotenen sechs Monate hinaus verlängert werden. Er schlug vor, die Kündigung des Tarifvertrags vom Geschäftsergebnis der Lufthansa abhängig zu machen. Solange sich die Ertragslage nicht bessere, werde er von Verdi nicht gekündigt. Das Unternehmen müsse dann keine Gehaltserhöhung finanzieren. Dies würde die Forderung der Airline erfüllen, dass der Sparbeitrag nicht in Form eines Darlehens lediglich aufgeschoben wird. Der laufende Tarifvertrag gilt noch bis April 2002. Ferner bietet Verdi an, die Auszahlung des halben 13. Monatsgehalts um sechs Monate zu verschieben oder in ein Zeitguthaben umzuwandeln. Dadurch könnte die Lufthansa rund 165 Millionen Mark sparen. "Die Lufthansa fordert allerdings das Doppelte", sagte Verdi-Sprecher Ingo Schwope.

Cockpit-Sprecher Fongern ist derweil wieder zuversichtlicher, dass zumindest bei den Piloten die von Lufthansa-Chef Jürgen Weber ins Spiel gebrachten Entlassungen vermieden werden können. Fongern schätzt, dass Lufthansa immer noch etwa 50 Flugzeugführer fehlen. Allerdings gilt bereits ein Einstellungsstopp, die an der eigenen Flugschule ausgebildete Piloten werden nicht übernommen. Für die Schüler ist das ein harter Schlag: Denn sie müssen die rund 140 000 Mark teure Ausbildung selbst finanzieren. Abstriche beim Grundgehalt der Piloten sind nach Angaben von Fongern nicht drin. Sie müssten für 2001 auf ihre Gewinnbeteiligung und damit auf rund 20 Prozent ihres Einkommens verzichten. Mehr sei nicht möglich.

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