Wirtschaft : Mächtige Familien in Deutschland

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Die Discountkette Aldi gehört zu den größten Handelsunternehmen Europas. Hinter dem Unternehmen stehen Karl und Theo Albrecht, zwei Brüder aus dem Ruhrpott. Nach dem zweiten Weltkrieg übernahmen sie das elterliche Lebensmittelgeschäft im Essener Arbeiterviertel Schonnebeck. Heute gehören die beiden zu den reichsten Männern der Welt. Ihr Vermögen wird zusammen auf fast 33 Milliarden Dollar geschätzt. Viel mehr weiß man über die Brüder nicht. Bis vor fünf Jahren gaben sie nicht einmal Umsätze bekannt. 2004 sollen die Umsätze bei 22 Milliarden Euro gelegen haben. Das letzte veröffentlichte Foto von Theo Albrecht stammt aus dem Jahr 1971.

OETKER

Mit dem unscheinbaren weißen Backpulver machte der Bielefelder Apotheker Dr. August Oetker 1891 eine geniale Erfindung – und legte den Grundstein für ein internationales Unternehmen. Heute ist die Oetker-Gruppe eines der größten deutschen Familienunternehmen und längst nicht nur im Nahrungsmittelbereich tätig, sondern auch im Getränkesektor, bei Finanzdienstleistungen und in der Schifffahrt . Rund 21000 Beschäftigte arbeiten für die Oetker-Gruppe – 3300 davon in Deutschland. Der seit Jahren steigende Auslandsumsatz macht 50 Prozent des Gesamtumsatzes (2004: 6,4 Millionen Euro) aus. Von den 350 Führungskräften stammen vier aus der Oetker-Familie.

HANIEL

Der Weltkonzern der Familie Haniel erwirtschaftet 23 Milliarden Euro, hat über 54000 Angestellte und wurde vor 250 Jahren gegründet. Die Unternehmens-Gruppe steht für kein einzelnes Produkt, vielmehr ist sie unter anderem in der Schadenssanierung, beim Bau, dem Versandhandel und dem Verkauf von Berufskleidung tätig. Auch die Familie ist nicht greifbar. 540 Abkömmlinge des Gründers halten Anteile am Mischkonzern . Dabei gilt der Grundsatz, dass kein Haniel leitende Positionen einnehmen darf. Die Trennung von Kapital und Management wird groß geschrieben.

MOHN

Hinter Bertelsmann , dem fünftgrößten Medienkonzern der Welt, steht die Familie Mohn. Zusammen mit Konzern-Patriarch Reinhard Mohn übt vor allem seine Frau Liz in fünfter Generation großen Einfluss auf Bertelsmann (RTL, Gruner+ Jahr, Random House, BMG) aus. Zwar bezeichnet sich der Gütersloher Konzern mit 73200 Mitarbeitern ungern als Familienunternehmen. Aber: 75 Prozent der Stimmrechte werden von der Familie und der Bertelsmann Stiftung über die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft ausgeübt.

QUANDT

Vor über 120 Jahren machte sich Emil Quandt als Tuchfabrikant selbstständig. Seine Nachfahren bauten eine Unternehmensgruppe bestehend aus fast 200 Firmen auf. Herbert Quandt hinterließ Anfang der 70er Jahre seiner Frau Johanna und ihren beiden Kindern je ein Unternehmen, mit dem sie unternehmerische Erfahrungen sammeln sollten. Daraus ist eine mächtige Wirtschaftsdynastie geworden: 46,6 Prozent der BMW -Aktien gehören der Familie Quandt, und der Batteriehersteller Varta ist ebenfalls mehrheitlich im Familienbesitz. Susanne Klatten, Tochter von Herbert Quandt, hält 50,1 Prozent der Aktien am Pharma-Unternehmen Altana .

HERZ

1949 begann Max Herz mit dem Postversand von Kaffee die Geschichte des Tchibo -Konzerns. Da die Nachfolge des Gründers schlecht geregelt war, stritt sich die Familie Herz über Jahre. Als drei der fünf Kinder von Max im Jahr 2000 gegen eine Verlängerung des Vorstandsvertrages ihres Bruders Günter rebellierten, kam es zum Eklat. 2003 schieden Günter und Daniela Herz aus dem Konzern aus und brachten ihre Abfindung von vier Milliarden Euro in die Hamburger Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsfirma Mayfair ein. Zuletzt vergrößerten sie ihren Anteil am Turnschuhhersteller Puma auf 25 Prozent und halten so die Sperrminorität. Die Anteile der Tchibo Holding, zu der neben Eduscho auch Beiersdorf gehören, teilen sich die übrigen Geschwister und die Mutter. aha/sher

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