Wirtschaft : Mallorca können Sie sich schenken

Urlaub in Berlin, warum nicht? Wer zu Hause bleibt, kann vieles tun: Shoppen, Saunen und Sprachen lernen – und das alles zum Sondertarif

H. Jahberg[M. Shahd],A. Waldermann

SOMMER 2003: SPARTIPPS FÜR DAHEIMGEBLIEBENE

Von H. Jahberg, M. Shahd und

A. Waldermann

Noch vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen: Es ist Reisezeit, und die Menschen bleiben in Berlin. Doch immer mehr Bürger verbringen ihre Ferien zu Hause. Denn das Geld sitzt nicht mehr so locker, hinzu kommt die Sorge um den Job. Aber nicht traurig sein. Wer jetzt nicht verreist, kann richtig sparen. Nicht nur das Geld für die Urlaubsreise. Um den ferienbedingten Besucherrückgang auszugleichen, gibt es derzeit auch viele attraktive Angebote zum Sonderpreis. Fitnessstudios und Schwimmbäder locken mit Billigtarifen, und sogar das Telefonieren ist günstiger als sonst. Auch der Handel bietet bereits zahlreiche Schnäppchen. Zwei Wochen vor dem wohl letzten Sommerschlussverkauf in seiner alten Form senken viele Geschäfte massiv die Preise.

„Wir stimmen die Kunden mit Preissenkungen von 20 bis 30 Prozent auf den Schlussverkauf ein“, sagt Karstadt-Sprecher Michael Scheibe. So gibt es bei Karstadt Sport Marken-Bikinis für 20 Euro statt 45 Euro. Und neben der Strand-Kollektion werden auch schon große Teile der Outdoor-Artikel um 30 bis 35 Prozent herabgesetzt. Auch die Warenhäuser von Galeria Kaufhof wollen nicht außen vor bleiben und werben mit Rabatten bis zu 20 Prozent – quer durch das Bekleidungssortiment. C & A setzt auf Niedrigpreise statt Rabatte, besonders Unterwäsche gibt es günstig.

Geht es nach den Vorstellungen der Bundesregierung, wird es den klassischen Schlussverkauf schon bald nicht mehr geben. Die starren Schlussverkaufsregeln sollen im Rahmen der Reform des UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) liberalisiert werden. Im Herbst dürfte das neue UWG vom Bundestag beschlossen werden und könnte dann zu Beginn des neuen Jahres in Kraft treten. Auf den letzten Drücker versucht der Handel jetzt aber doch noch, das Rad zurückzudrehen. So sollen die Schlussverkäufe auch weiterhin nur zwei Mal im Jahr stattfinden, fordert der Einzelhandelsverband HDE. Freunde macht er sich damit nicht. „Der Handel wäre gut beraten, eine Lösung auf freiwilliger Basis zu vereinbaren“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Matthias Berninger, dem Tagesspiegel. Einen gesetzlichen Artenschutz für den Schlussverkauf will die Regierung nicht. Allerdings wird darüber nachgedacht, den Händlern zu erlauben, sich auf regionaler oder lokaler Ebene abzusprechen, wann sie einen Schlussverkauf durchführen wollen. „Sonst geraten sie künftig mit dem Kartellrecht in Konflikt“, sagt HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr.

Die Verbraucherverbände haben mit der Abschaffung der Schlussverkäufe keine Probleme: Diese Debatte sei bei der Reform des UWG ein „absoluter Nebenkriegsschauplatz“, meint die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Edda Müller. „Viel wichtiger ist es, dass die Rechte der Verbraucher im Wettbewerb gestärkt werden, etwa durch die Abschöpfung von Unrechtsgewinnen und die Möglichkeit zur Vertragsauflösung nach irreführenden Werbeaktionen.“

Günstig shoppen werden die deutschen Verbraucher bald das ganze Jahr über. Andere Vergünstigungen wird es aber auch in Zukunft nur im Sommer geben. Sauna, Fitness, Hallenbad – alles, was eigentlich nicht zur heißen Jahreszeit passt, ist günstig zu haben. So verlangt das Saunabad „Thermen am Europa-Center“ bis zum 31. August nur noch 14,50 Euro am Tag statt 17,50 Euro. Im Blub-Erlebnisbad an der Buschkrugallee zahlen Erwachsene ganztags statt 13,30 nur 10,70 Euro, Kinder statt 10,70 nur 8,20 Euro. Auch Wellness-Freaks können im Sommer richtig sparen. So kann man sich im „Aspria“ in der Karlsruher Straße noch bis zum 15. August als Gastmitglied verwöhnen lassen – inklusive individueller Beauty-Beratung. Statt 93 Euro kosten vier Wochen Wohlfühl-Spaß jetzt nur 79 Euro. Im „Meridian Spa“ in der Klosterstraße sinkt die Aufnahmegebühr um 50 Prozent. Bei der Premium-Mitgliedschaft spart man so glatte 100 Euro. „Wir betreiben eben ein klassisches Saisongeschäft“, erklärt Sprecherin Susanne Glomsda.

Bei der Turngemeinde in Berlin (TIB) am Columbiadamm hingegen kommen Sportsfreunde bis Ende August auch ohne Mitgliedsausweis günstig weg. Hier kostet eine Dreiviertelstunde Badminton in der Zeit von neun bis 15.45 Uhr nur noch fünf Euro statt wie bisher 7,50 Euro. Auch Tennisspieler werden mit Billigpreisen gelockt: Eine Stunde in der Halle gibt’s zwischen neun und 16 Uhr für neun Euro – vier Euro weniger als sonst.

Englisch zum Sommertarif

Wer im Sommer seine Englisch-Kenntnisse aufbessern möchte, findet ebenfalls ein passendes Angebot. So verspricht das Wallstreet Institute Neukunden einen Gratis-Monat. Zwar müssen sich die Sprachschüler zunächst für drei Lernstufen verpflichten. Allerdings erhalten sie einen speziellen Gutschein: So viele Wissenseinheiten, wie sie im ersten Monat schaffen, dürfen sie nach Abschluss der drei Lernstufen umsonst hinten dran hängen. „Wer fleißig ist, kann so 250 bis 500 Euro sparen“, sagt Pamela Carden vom Wallstreet Institute.

Davon kann man dann am Telefon seinen Freunden berichten – ebenfalls zum Sommerspartarif. So bietet Vodafone bis zum 1.September den Tarif „Happy Hour Summer“ an. Zwischen 21 und 22 Uhr kosten alle Gespräche innerhalb des Vodafone-Netzes oder ins Festnetz nur die Hälfte. Werktags sparen Standard-Kunden damit 9,5 Cent je Minute. Um am „Happy Hour Summer“ teilzunehmen, müssen sich Interessenten unter der Nummer 0172/2242 registrieren lassen.

Auch Kinder und Jugendliche profitieren: Mit dem Berliner Ferienpass entdecken Kids bis 18 Jahre ihre Stadt fast umsonst. Einmal neun Euro zahlen, und dann ins Schwimmbad, Museum oder in den Zoo gehen – gratis. Da kann man sich Mallorca glatt sparen.

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