Wirtschaft : MAN will nur Stammaktien

Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN will seine Vorzugsaktien nach Möglichkeit abschaffen und bietet den Vorzugsaktionären den Umtausch in Stammaktien an. Für die Stammaktien sollen die Vorzugsaktionäre jeweils 3,30 Euro zuzahlen, teilte MAN am Donnerstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Nehmen alle Inhaber der 36,8 Millionen Vorzugsaktien das Angebot an, fließen dem Unternehmen daraus 121,3 Millionen Euro zu, die nach Angaben eines Sprechers in die Kapitalrücklage eingestellt werden sollen.

Aktionärsvertreter hatten seit Jahren den Umtausch der Vorzüge gefordert. Die Aktien waren vor Bekanntgabe der Umwandlungspläne vom Handel am Donnerstag ausgesetzt worden. Die Stammaktien notierten vor Aussetzung des Kurses bei 29,03 Euro, gut zwölf Prozent über dem Kurs der Vorzüge von 25,83 Euro.

MAN stärke durch die Umwandlung der Vorzüge seine Position am Kapitalmarkt, teilte das Unternehmen weiter mit. "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen", sagte ein Sprecher. Künftig wird für die Zugehörigkeit zu einem Aktienindex nur noch eine, nämlich die liquidere Aktiengattung als Maßstab herangezogen. Derzeit gehört MAN mit seinen Stammaktien zu den kleinsten Werten im Deutschen Aktienindex (DAX). Rund ein Viertel der MAN-Anteilsscheine sind Vorzugsaktien, der Rest Stämme.

Der Umtausch folgt dem Modell, das der Handelskonzern Metro vor einigen Jahren angewandt hatte. Zwar erhielten die Vorzugsaktionäre einen Preisvorteil, doch profitierten auch die Inhaber von Stammaktien durch die Stärkung der Liquidität. Die Umtauschaktion, die 30 Tage nach der Hauptversammlung am 17. Mai beginnt, soll sechs Wochen dauern. Bei Metro hatten einige Anleger gegen den Umtausch geklagt.

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