Wirtschaft : Managerinnen: Die Top Five - Erfolg mit Chips, Karos und Büchern

Aus dem Wall Street Journal. Übersetzt,ge

Nach Meinung der Jury, die im Auftrag des "Wall Street Journal" die erfolgreichsten 25 europäischen Geschäftsfrauen des Jahres 2001 auswählen sollte, sind das die Managerinnen auf den ersten Plätzen:

1. Sari Baldauf

Als die Mobilfunkbranche 2001 in die Krise schlitterte, da hatte Sari Baldauf, Chefin der Nokia-Tochter Networks, schon vorgesorgt. Die 46-jährige Finnin hatte das Unternehmen stärker auf Kunden ausgerichtet und einen Teil der Produktion ausgelagert. Daher musste Nokia Networks viel weniger Beschäftigte entlassen als die Konkurrenz. Danach nahm Baldauf erst einmal ein sechsmonatiges Sabbatical, um Sprachen und Literatur zu studieren. Nach ihrer Rückkehr wurde sie Vizepräsidentin der Nokia-Aktivitäten in Asien und kümmerte sich vor allem um den chinesischen Markt. Nokia-Chef Jorma Ollila hält große Stücke auf sie. Als er 1998 die Top-Führungsriege umbesetzte, wies er Baldauf die Aufgabe zu, Ericsson im Bereich der drahtlosen Infrastruktur einzuholen. Mit Erfolg: Nokia hat 2001 bereits 22 Aufträge für Equipment der dritten Handy-Generation an Land gezogen.

1. Rose Marie Bravo

Rose Marie Bravo kennt sich bei karierten Wollstoffen gut aus. Dennoch ist sie alles andere als altbacken. Als die New Yorkerin mit dem schnellen Mundwerk vor vier Jahren bei Burberry anfing, fand sie eine rückständige Marke vor. Das änderte sich rasch. Bravo möbelte das Image von Burberry auf. Sie erweiterte die Produktpalette um Schuhe, Motorradjacken und Bademode, aber auch um Hundejacken und Accessoires. Außerdem verhandelte sie vor allem in Asien die Lizenzen neu und brachte Burberry-Produkte in die Regale gehobener Einzelhändler. Außerdem holte sie den italienischen Designer Roberto Menechetti ins Haus. Bald wird Bravo noch größere Schwierigkeiten meistern müssen: den Börsengang im Juni.

3. Maria Marced

Dass Intel sich zuletzt wieder über steigende Umsätze freuen konnte, lag nicht zuletzt an Maria Marced. Im dritten Quartal 2001 stieg der Umsatz des Chipherstellers in Europa um 17 Prozent, während das Wachstum des Gesamtunternehmens nur bei drei Prozent lag. Der Erfolg dafür ist Maria Marced zuzuschreiben, die seit Februar 2000 die Geschäftsaktivitäten in Europa, Nahost und Afrika leitet. Marced trug mit einer großen Marketing-Kampagne auch dazu bei, die Nachfrage für den neuen Pentium 4-Microprozessor von Intel anzukurbeln. Die 47-jährige Spanierin lebt im englischen Bath.

4. Agnes Touraine

Agnes Touraine ist die einflussreichste Frau beim französischen Mischkonzern Vivendi Universal, dem zweitgrößten Medienkonzern der Welt. Sie leitet das Buch-, Zeitschriften- und Videospielgeschäft mit einem Jahresumsatz von 4,3 Milliarden Euro. Touraine startete zunächst bei der Unternehmensberatungsfirma McKinsey und wechselte dann zum Verlag Hachette. 1995 gab sie ihren Job auf, um ein Multimedia-Unternehmen aufzubauen. Finanziert wurde das Start-up von Hachettes Erzrivalen Havas. Als Vivendi 1998 Havas übernahm, wurden manche von Touraines Kollegen vor die Tür gesetzt. Sie selbst gewann hingegen bald einen guten Draht zu Vivendi-Chef Jean-Marie Messier.

5. Christine Lagarde

Christine Lagarde gibt im Chicagoer Stadtbild eine seltsame Figur ab: eine große, weltgewandte Französin in einer Stadt des amerikanischen Mittelwestens. Dennoch haben die 575 Partner der international renommierten Anwaltsfirma Baker & McKenzie vor zwei Jahren die Französin an die Spitze des Unternehmens gewählt. Wie bei den meisten Kanzleien sind die Führungspositionen bei Baker & McKenzie fast ausschließlich in Männerhand. Noch. Denn seit Christine Lagarde im Oktober 1999 zur Präsidentin gewählt wurde, sind die Honorareinnahmen um 22 Prozent gestiegen.

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