Wirtschaft : Mannesmann und die Folgen

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ABFINDUNGEN

Die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone im Jahr 2000 hat ein juristisches Nachspiel, das andauert: Beschuldigt wurden unter anderen Ex- Mannesmann-Chef Klaus Esser und die damaligen Aufsichtsräte Joachim Funk (Vorsitzender), Josef Ackermann (Vorstandschef der Deutschen Bank) und Klaus Zwickel (ehemals Vorsitzender der IG Metall). Der Vorwurf: schwere Untreue im Zusammenhang mit Prämienzahlungen nach der Übernahme. Insgesamt wurden 60 Millionen Euro an ehemalige Manager ausgezahlt – ein Großteil davon nach Ansicht der Staatsanwälte zu Unrecht. Allein Klaus Esser, der sich erst heftig gegen die Übernahme gewehrt und später eingewilligt hatte, kassierte 30 Millionen Euro, die Hälte davon als Bonus. Das Landgericht Düsseldorf sprach die Beschuldigten 2004 frei. Im Dezember 2005 hob der Bundesgerichtshof die Freisprüche auf: Die Abfindungen seien ohne Rechtsgrund gezahlt worden. Damit steht der Tatbestand der Untreue fest. Das Landgericht Düsseldorf muss nun neu verhandeln. Termin: Oktober.

ABSCHREIBUNGEN

Schon bald nach der Übernahme von Mannesmann gingen die Aktien von Telekommunikationswerten auf Talfahrt. Die deutsche Vodafone GmbH nahm Mannesmann Ende 2000 in ihre Bücher mit einem Wert von 146,9 Milliarden Euro. Das entsprach einem Aktienkurs von 309 Euro. Ein Jahr später nahm die deutsche Vodafone wegen der dramatisch gesunkenen Aktienkurse eine steuerliche Abschreibung vor . Der Buchverlust entsprach fast 50 Milliarden Euro. Die Betriebsprüfung des Finanzamtes Düsseldorf läuft noch. Kern der Untersuchung ist, ob der Aktienwert zu Anfang und Ende des Jahres richtig angesetzt wurde. Sollte Vodafone die Teilwertabschreibung durchsetzen, würde das Unternehmen auf Jahre keine Steuern in Deutschland zahlen . Inzwischen ist das Steuerrecht geändert worden. vis

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