Wirtschaft : Maschinenbau in China holt schnell auf

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main - Die chinesischen Maschinenbauer holen im internationalen Wettbewerb stark auf. Mittlerweile stehen sie im Weltmarkt auf Platz vier und haben in dieser Branche Länder wie Italien oder Frankreich hinter sich gelassen. Auch deutsche Hersteller könnten bedrängt werden. Manfred Wittenstein, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), mahnt deshalb zu mehr Investitionen in die Ausbildung von Ingenieuren und Fachkräften. Nur dann könnten die deutschen Maschinenbauer ihren Vorsprung und ihre Rolle als Weltmarktführer halten. „Wir müssen die Entwicklung in China sehr genau analysieren, damit wir nicht eines Tages von Importen aus China überrollt werden“, sagte der VDMA-Präsident am Montag in Frankfurt bei der Vorlage einer Studie über den chinesischen Maschinenbau.

„In der Massenproduktion sind die Chinesen schon heute sehr gut, und diese Stärke werden sie, gestützt auf niedrige Arbeitskosten und staatliche Interventionen, weiter ausbauen“, sagte Wittenstein. Deshalb müssten sich Hersteller von Standardprodukten mit langen Produktionsanläufen vorsehen. Spezialisierte deutsche Maschinenbaufirmen seien bislang dagegen weniger betroffen.

Die im Auftrag des VDMA von der Impuls-Stiftung angefertigte Studie zeigt allerdings die Anstrengungen des chinesischen Maschinenbaus, den Rückstand aufzuholen. Dazu gehören rund 4500 „Wissensfabriken“ als Ableger von Universitäten und das Know-how von 40 000 Chinesen, die jedes Jahr von ihrem Studium ins Ausland zurückkehren. Gleichwohl sind die Aufwendungen chinesischer Maschinenbaufirmen für Forschung und Entwicklung mit 0,6 Prozent vom Umsatz immer noch bescheiden. Daneben mangelt es chinesischen Ingenieuren am erforderlichen Wissen. Das zwinge chinesische Unternehmen allerdings zum Kopieren, sagte Wittenstein. Zwei Drittel der deutschen Maschinenbauer seien von Produktpiraterie betroffen, nicht nur, aber vor allem aus China. Rolf Obertreis

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