Wirtschaft : Media Markt kehrt China den Rücken Ausstieg könnte für Metro teuer werden

Düsseldorf - Der Handelsriese Metro zieht einen Schlussstrich unter das verlustreiche Engagement seiner Tochter Media-Saturn in China. Metro-Chef Olaf Koch kündigte am Mittwoch den Rückzug der Elektronikhandelskette aus dem asiatischen Land an. Rasantes Wachstum konnte Metro auch in anderen Regionen nicht verzeichnen. Der Konzern mit seinen Metro-Großmärkten und Töchtern wie Kaufhof und Real konnte im ersten Amtsjahr Kochs den Umsatz um 1,2 Prozent steigern.

„Nach sorgfältiger Abwägung aller Alternativen haben wir uns entschieden, unser Engagement nicht fortzusetzen“, sagte Koch mit Blick auf die sieben Media-Märkte im Großraum Schanghai. Dort hatte Metro zusammen mit dem asiatischen Partner Foxconn über zwei Jahre untersucht, ob auch die Verbraucher in China in die Media-Märkte strömen – und ob diese profitabel arbeiten können. Mit Foxconn will Koch nun auch beraten, wie die Zukunft der Märkte aussieht, der Partner könnte sie etwa allein betreiben. Davon wird auch abhängen, wie teuer das China-Abenteuer für Metro letztendlich wird. Koch kündigte bereits „bilanzielle Vorsorge“ an. Experten rechnen mit Rückstellungen von mehr als 100 Millionen Euro.

Der Metro-Konzern steigerte den Umsatz von Oktober bis Dezember mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft leicht um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Im Gesamtjahr stand ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro in den Büchern – 1,2 Prozent mehr als noch 2011. Koch hatte angekündigt, den Umsatz in seinem ersten Amtsjahr steigern zu wollen – und dieses Ziel anders als seine Gewinnprognose für 2012 nicht im Jahresverlauf revidiert. rtr

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