Medienbericht : Google trickst Datenschutz bei Safari-Browser aus

Google und andere Firmen, die ihr Geschäft mit Online-Anzeigen verdienen, sollen eine Lücke im Safari-Browser von Apple genutzt haben. Der Suchmaschinenbetreiber ist sich keiner Schuld bewusst.

Konfetti. Google-Manager feiern die Grundsteinlegung für ein neues Rechenzentrum in Singapur 2011.
Konfetti. Google-Manager feiern die Grundsteinlegung für ein neues Rechenzentrum in Singapur 2011.Foto: dpa

Google und andere Online-Anzeigenunternehmen haben nach einem Bericht des „Wall Street Journals“ systematisch die Datenschutzeinstellungen des Safari-Browsers auf dem iPhone aber auch auf dem PC oder Mac umgangen. Dabei seien Nutzer-Profile erstellt worden, ohne dass die Anwender dem zugestimmt hätten.

Die Zeitung beruft sich dabei auf Erkenntnisse des Wissenschaftlers Jonathan Mayer von der Stanford University, die durch einen Experten des „Wall Street Journals“ bestätigt worden seien. Google und Firmen wie Vibrant Media Inc., Media Innovation Group LLC und PointRoll Inc. hätten den Code über Werbeanzeigen eingeschleust.

Google wies die Darstellung der Zeitung zurück. Man habe lediglich eine bekannte Funktion in Safari ausgenutzt, um eingeloggten Google-Anwendern zusätzliche Features bieten zu können. Ein Apple-Sprecher sagte der Zeitung, Apple arbeite an einer Lösung, um die Umgehung der Datenschutzeinstellungen zu umgehen.

Google betonte, es seien keine persönlichen Informationen erfasst worden. Die persönlichen Daten der Nutzer seien von den Inhalten, die sie im Internet aufgerufen haben, getrennt worden. Dass auf diese Weise aber auch die Tür für viele Werbe-Cookies geöffnet wurde, sei nicht geplant gewesen.

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10.09.2011 18:11"Freiheit statt Angst" - unter diesem Motto haben am Samstag etwa 5000 Menschen gegen die "Ausweitung der staatlichen...

Der Safari-Browser von Apple nimmt - im Gegensatz zu den meisten anderen Web-Browsern - in seinen Standard-Einstellungen keine so genannten Cookie-Dateien an, die von der Werbeindustrie zur Erstellung von Nutzerprofilen verwendet werden. Erst wenn der Anwender die Einstellungen ändert, wird die Blockade der Cookies aufgehoben. Als Google vergangenes Jahr nach dem Vorbild des „Gefällt mir“-Buttons von Facebook seinen eigenen „+1“-Knopf startete, hatte der Internet-Konzern bei Safari ein Cookie-Problem.

Im Test des „Wall Street Journals“ fanden die Experten den umstrittenen Code unter den hundert populärsten Websites in den USA auf 22 Sites mit dem Safari-Browser auf dem Mac und auf 23 Angeboten mit der mobilen Safari-Version auf dem iPhone. (dpa)

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