Wirtschaft : Mehr Farbe ins Gespräch

Jetzt ist Schluss mit grau in grau: Neue Handys haben bunte Displays. Das bringt nicht nur mehr Spaß, sondern auch eine bessere Orientierung

Corinna Visser

Fernsehen wird erst durch Farbe richtig schön. Und wer erst einmal ein Handy mit Farbdisplay in den Händen hatte, will auch beim Mobiltelefon nicht mehr auf bunte Bilder verzichten. Viele technische Entwicklungen erschließen sich dem Kunden nur schwer. Doch ein Farbdisplay ist eine der wenigen Neuerungen, die jedem sofort einleuchten, wenn er sie sieht. „Farbe bietet mehr Spaß und bessere Orientierung“, sagt Axel Burkert, Chefredakteur von Xonio, einem Mobilfunkberatungsportal im Internet ( www.xonio.com ). Rund ein Dutzend Handys mit Farbdisplay sind bereits im Handel erhältlich. Vor Weihnachten sollen noch weitere Geräte in die Geschäfte kommen.

Wer Wert auf ein persönliches Aussehen seines mobilen Begleiters legt, musste sich bisher mit der individuellen Gestaltung des Gehäuses begnügen. Farbige Displays bieten jetzt unendlich viele neue Gestaltungsmöglichkeiten. Die Farben helfen dem Nutzer außerdem, sich in den Menüs besser zurechtzufinden. Wer den Kauf eines Handys mit Farbdisplay erwägt, sollte auf eine möglichst gute Auflösung achten. Entscheidend dafür ist die Anzahl der Bildpunkte (Pixel), die das Display darstellt. 128 mal 128 Pixel sollte das Handy schon bieten. „Bei weniger Bildpunkten wirken Fotos nicht realistisch“, sagt Burkert. „Die Bilder erinnern dann an das Aussehen der frühen Computerspiele.“

Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Farbtiefe. 256 Farben sollten es mindestens sein. Um Fotoqualität zu liefern, ist das aber zu wenig. 4096 Farben sind heute Standard. „Damit erhält man schon anständige Bilder“, sagt Burkert. Inzwischen sind aber bereits die ersten Geräte auf dem Markt, die 65000 Farben bringen.

Mit den Farben bekommen auch die Spiele auf dem Handy eine ganz andere Qualität. Zusätzlich zu den Spielen, die auf den Geräten schon ab Werk installiert sind, wächst die Anzahl von Spielen, die sich aus dem Internet herunterladen lassen. Damit wird das Handy immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für den Gameboy. Wer wert auf eine große Auswahl an Spielen legt, sollte auf die Java-Funktionalität des Handys achten. Java ist eine Programmiersprache, die unterschiedliche Geräte wie Handys, Organizer oder Computer verstehen.

Hohen Unterhaltungswert bieten auch Mobiltelefone mit integrierter oder ansteckbarer Digitalkamera. Qualitativ hochwertige Aufnahmen darf man von den Kameras allerdings nicht erwarten. „Die Kameras eignen sich nur für Schnappschüsse“, sagt Burkert. Das werde auch in Zukunft so bleiben. Denn hier muss ein Kompromiss zwischen Qualität und Mobilität gefunden werden. Mit steigender Bildqualität steigt auch die Datenmenge, und die Übertragungszeit nimmt zu. „Der Vorteil der Handykameras ist aber, dass man sie immer dabei hat. Und die Bilder sind immer noch besser als die, die man ohne gar nicht gemacht hätte“, sagt Burkert.

Wer allerdings glaubt, Fotos fröhlich von Handy zu Handy verschicken zu können, wird oft enttäuscht. Der Versand zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller und zwischen den verschiedenen Netzen klappt meist noch nicht. Kein Problem ist es dagegen, die Fotos vom Handy an eine E-Mail-Adresse zu senden. Im Oktober hat Vodafone sein neues Portal „Vodafone live“ gestartet. „Hier lassen sich die Fotos bequem ablegen, verwalten und abrufen“, sagt Burkert.

Wer in Kürze ein neues Handy kaufen will und bereits ein Modell im Auge hat, das nur ein schwarz-weißes Display hat, sollte besser warten. „Nachfolge-Modelle bieten oft Farbe, werden aber nicht wesentlich teurer sein als die Geräte, die schon am Markt sind“, sagt Burkert. Noch für dieses Jahr hat zum Beispiel Nokia für das Modell 3510 den Nachfolger 3510i mit Farbdisplay angekündigt. Auch Siemens will mit dem S55 bald sein erstes Handy mit Farbdisplay in den Verkauf bringen. Die eingebaute Kamera hat sogar einen Blitz. Allerdings, so sagt ein Siemens-Sprecher, werde es auch weiterhin Handys mit schwarz-weißem Bildschirm geben. „Schließlich gibt es Leute, die mit ihrem Handy einfach nur telefonieren wollen und sonst nichts.“

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