Wirtschaft : Mehr Geld für Gründer

Koalitionsverhandlungen: Arbeitsgruppe Wirtschaft beschließt, Rahmenbedingungen für Start-ups und Investoren zu verbessern.

Wachstumsmotor. In Berlin entstehen viele neue Jobs in der Digitalwirtschaft. Foto: dpa
Wachstumsmotor. In Berlin entstehen viele neue Jobs in der Digitalwirtschaft. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Union und SPD haben sich nach Informationen des Tagesspiegels in den Koalitionsverhandlungen der Arbeitsgruppe Wirtschaft auf eine stärkere Förderung von Existenzgründungen geeinigt. Damit Start-ups mehr Wagniskapital bekommen, sollen bestehende Investitionszuschüsse verlängert und aufgestockt werden. Auch soll es Steuererleichterungen für Risikoinvestoren geben.

Davon könnte Berlin ganz besonders profitieren, meint Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer, die in der CDU Berichterstatterin für die Bereiche digitale Wirtschaft und Telekommunikation ist. „Die Informations- und Kommunikationsbranche ist ein Wachstums- und Innovationsmotor für die gesamte Volkswirtschaft“, sagte Yzer. „Berlin hat die Chance, Europas digitale Gründerhauptstadt zu werden.“

Nach einer Studie des Unternehmensberatung McKinsey von Anfang Oktober gab es im Jahr 2011 bereits 5800 Digitalunternehmen in der Hauptstadt mit 62 400 Erwerbstätigen. Allein im untersuchten Jahr 2011 gab es in Berlin 727 Gründungen in den fünf Wirtschaftszweigen, die zu den technologischen Schwerpunktfeldern gehören und die Kriterien Innovation und Wachstum erfüllen. In Hamburg waren es dagegen nur 422 und in München nur 263 gewesen. Damit ist Berlin bereits digitale Gründerhauptstadt Deutschlands.

Doch während es Unternehmern inzwischen recht gut gelingt, Mittel für die frühe Phase der Firmengründung einzusammeln, fehlt es in der wichtigen Wachstumsphase oft am nötigen Kapital. Daher will die Koalition Beteiligungsinvestitionen attraktiver machen.

Auch die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital sollen so gestaltet werden, dass sie international wettbewerbsfähig sind und Deutschland als Standort für Risikokapitalgesellschaften attraktiv wird. Zudem soll es Regeln für neue Finanzierungsformen wie Crowdfunding geben. Die Koalition hat sich auch vorgenommen, den Verkauf von Unternehmensbeteiligungen zu erleichtern und die Behandlung von Verlustvorträgen auf europäischer Ebene zu klären. Um den Mittelstand in Deutschland zu stärken, soll der Zuschuss für Existenzgründer als gesetzliche Pflichtleistung wieder eingeführt werden. Bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht verhandelt war das Thema Datenschutz und Datensicherheit. Die Union etwa sieht das Thema Cybersicherheit als wichtigen Standortfaktor der Zukunft und will die Forschung in diesem Bereich weiter vorantreiben und neue Projekte fördern. Sie plant auch, Datenbestände von Behörden und Regierung zu öffnen, um dort neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. brö/vis

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