MEHR NETTO : Gut die Hälfte ist geschafft

Der Tagesspiegel hat drei Haushalten beim Sparen geholfen – mit Erfolg.

Heike Jahberg

Erinnern Sie sich? Im Mai dieses Jahres hatten wir Ihnen drei Tagesspiegel-Haushalte vorgestellt, die eines gemeinsam hatten – alle wollten wissen, wie sie mit weniger Geld über die Runden kommen können, und alle haben deshalb an unserer großen Sparserie „Aktion mehr netto“ teilgenommen.

Eine von ihnen ist Franziska Dill (60), unsere Single-Frau. Die Grundschullehrerin war nach 30 Jahren im Schuldienst im vergangenen Fe bruar in Pension gegangen. Die erste Abrechnung – ein Schock. Rund 1000 Euro hatte die Pensionärin auf einen Schlag weniger. Sie fragte sich, wie sie künftig ihre Ausgaben decken sollte: die Miete für die Altbauwohnung in Berlin-Lichterfelde, das Material für ihr großes Hobby, die Malerei, und die monatliche Unterstützung für Sohn Moritz, der noch keinen richtigen Job gefunden hat. 1700 Euro hat Frau Dill im Monat zur Verfügung, das ist nicht wenig, aber zu wenig, um alle Ausgaben zu decken.

Familie Kron war durch die Elternzeit für Tochter Julia (heute zwei Jahre) in die roten Zahlen gerutscht. Andrea Kron (37), die als Krankenschwester im öffentlichen Dienst arbeitet, hatte ihren Job ruhen lassen, statt zwei Gehältern war plötzlich nur noch eines da. Zugleich stiegen die Kosten. Die Krons zogen aus dem Märkischen Viertel in ein gemietetes Einfamilienhaus nach Glienicke/Nordbahn in den Norden Berlins. Denn in Brandenburg kann Daniel (heute sechs) später eingeschult werden als in Berlin. Was der Familie guttat, belastete die Finanzen: Umzug, Renovierung, neue Möbel mussten bezahlt werden. Das waren Ausgaben, für die das Gehalt von Michael Kron (35) – Croupier bei der Spielbank Potsdam – nicht reichte.

Axel Casper (48) und seine Frau Marianne (50) dürften das sein, was man als Besserverdiener bezeichnet. Axel Casper ist Hauptkommissar, seine Frau Marianne Gesamtfrauenvertreterin der Berliner Justiz. Rund 5000 Euro haben die beiden Berliner netto im Monat, das ist mehr als bei vielen anderen. Dennoch gab es Monate, in denen am Ende nicht viel übrig blieb. Denn noch zahlt das Paar die Doppelhaushälfte in Berlin-Reinickendorf ab, und auch die erwachsenen Zwillinge werden weiterhin finanziell unterstützt. Außerdem sind die Caspers unternehmenslustig. Sie verreisen oft, gehen auf Bälle, und sie feiern auch gern.

Frau Dill, Familie Kron, das Paar Casper – seit unserer Serie können sie sich diese Extras leisten. Im Auftrag des Tagesspiegels haben die Berater der Verbraucherzentrale Berlin die Versicherungen und Konten unserer Leser nach Sparmöglichkeiten durchforstet. Energieberater Ulrich Kleemann hat ihnen gesagt, wie sie ganz praktisch Energie sparen können. Das unabhängige Internetportal Verivox hat die günstigsten Strom- und Gasanbieter ermittelt, das Verbraucherportal Teltarif die besten Telefon- und Internet anbieter. Der Verkehrsclub Deutschland hat ausgerechnet, wie unsere drei Haushalte bei Auto, Bus und Bahn sparen können. Und Tagesspiegel-Redakteure haben mit Testeinkäufen untersucht, wo Lebensmittel am billigsten zu haben sind.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Fast 6900 Euro im Jahr können die Krons, knapp 4400 Euro die Caspers und gut 2300 Euro Frau Dill sparen, wenn sie alles tun, was ihnen die Experten geraten haben. Wir haben unsere Modellhaushalte jetzt noch einmal besucht und ihnen die Gewissensfrage gestellt: „Was haben Sie bis heute wirklich umgesetzt?“

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