Mein ERSTES Geld (225) : Der Gymnasiast auf dem Bau

Der BASF-Vorstand suchte bei seinem ersten Job nach Gewindehammern und gasdichten Lochblechen. Und viele Wasserkästen musste er schleppen. Es war eine gute Erfahrung, sagt er.

Michael Heinz
Michael Heinz (48), geboren in Mannheim, arbeitet seit fast 30 Jahren beim weltgrößten Chemiekonzern BASF. Seit 2011 ist er im Vorstand für den Bereich Spezial- und Feinchemikalien zuständig.
Michael Heinz (48), geboren in Mannheim, arbeitet seit fast 30 Jahren beim weltgrößten Chemiekonzern BASF. Seit 2011 ist er im...Foto: BASF

Auf dem Bau habe ich mit 14 Jahren mein erstes Geld verdient. Ich wollte mit 15 unbedingt Mofa fahren, und mein Vater fand, dass ich mir solche „Extras“ selbst erarbeiten solle. Also habe ich in den Sommerferien auf einer Großbaustelle Betonwände verschalt, Werkzeug aufgeräumt und jeden Tag Wasserkästen vom Supermarkt auf die Baustelle geschleppt. Natürlich hat sich der eine oder andere Kollege auch einen Spaß daraus gemacht, den „Herrn Gymnasiasten“ im Lager nach Sachen suchen zu lassen, die es gar nicht gibt – zum Beispiel den „Gewindehammer“ oder das „gasdichte Lochblech“. Aber unter dem Strich war es eine gute Erfahrung, und das Ergebnis war alle Mühe wert: Zusammen mit meinem Ersparten konnte ich schließlich ein Mofa kaufen – eine grüne Hercules M2. Eigentlich hätte ich noch lieber die Hercules M5 mit 2-Gang-Handschaltung gefahren, aber dafür hat das Geld nicht gereicht.

Ich habe danach in fast allen Ferien gearbeitet, um mir meine Wünsche zu erfüllen: In der Schlosserei für die Stereoanlage, in der Margarinefabrik für die Spiegelreflexkamera. Dabei habe ich im Laufe der Jahre auch viele ungelernte Arbeitskräfte kennengelernt. Die meisten haben mir gesagt, wie wichtig eine gute Ausbildung ist. Durch die Ferienjobs habe ich auch sehr früh den Umgang mit Geld gelernt. Davon zehre ich noch heute.

Aufgezeichnet von Jahel Mielke.

Michael Heinz (48), geboren in Mannheim, arbeitet seit fast 30 Jahren beim weltgrößten Chemiekonzern BASF. Seit 2011 ist er im Vorstand für den Bereich Spezial- und Feinchemikalien zuständig.

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