Mein ERSTES Geld (28) : Schreinern für die Stones

Dieter Puchta Chef der Investitionsbank Berlin (IBB)

Mein erstes Geld habe ich in den Sommerferien des Jahres 1964 verdient. Als ich anfing, war ich noch nicht ganz 14. Deswegen war die eigene Jobsuche fehlgeschlagen, und ich musste in die Schreinerei meines Onkels, der hauptsächlich Holzfenster herstellte. Der Job war knallhart für mich und der Verdienst mit zehn Mark am Tag eher mäßig. Ich wollte mir aber unbedingt einen Dual-Plattenspieler kaufen, um die ersten Platten der Stones und der Beatles zu hören. Das hat dann auch geklappt. Aber ich war jeden Abend so fertig, dass ich mir geschworen habe, wenn es geht, mein weiteres Geld nicht unbedingt mit schwerer körperlicher Arbeit zu verdienen.

Von 1965 bis in die frühen 70er habe ich dann jedes Jahr vier bis fünf Wochen in den Sommerferien in der Landvermessung gearbeitet. Vor allem im Straßenbau. Deshalb kenne ich Baden wie meine Westentasche, und wenn ich heute ab und zu mit dem Rennrad dort unterwegs bin, kommt so manche alte Erinnerung hoch. Nicht nur gute. So habe ich zwar besser verdient, aber anfangs die eine oder andere Mark beim Skat in der Mittagspause verloren. Es blieb aber noch genug übrig, um vermögenswirksame Leistungen und den ersten Bausparvertrag zu finanzieren. Auch die Kosten für den Unterhalt eines VW-Käfers konnte ich so bestreiten.

Aufgezeichnet von Stefan Kaiser

Dieter Puchta (58) lehrte als Professor

Betriebswirtschaftslehre und saß für die SPD im baden-württembergischen Landtag. 2003 wechselte er in den Vorstand der IBB und führte sie in

die Selbstständigkeit.

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