Mein ERSTES Geld (6) : Bierkästen repariert

Reinhard Uppenkampist Chef von Berlin Chemie

Mein erstes Geld habe ich mit neun Jahren in der Schwaben-Brauerei in Düsseldorf verdient. Das war 1959. Ich wollte aufs Gymnasium, aber mein Vater wollte das Schulgeld nicht bezahlen. Dafür hat er mir in den Ferien einen Job in der Brauerei besorgt. Nicht, dass er das Geld nicht gehabt hätte: Mein Vater war Geschäftsführer der Brauerei.

In den Brauereien gab es damals noch alte Holzkisten mit Beschlägen aus Eisen. Ab und zu ist eine Latte abgefallen, die musste ich dann wieder drannageln. Da es in der Brauerei nicht viel Platz gab, haben sie mich zum Arbeiten mit einem 70-jährigen Kollegen in den Pferdestall gesetzt, auf einen Strohballen. Als Lohn gab es eine D-Mark pro Stunde

Wie lange ich gebraucht habe, um das Schulgeld zu verdienen, weiß ich gar nicht mehr. Aber es hat Spaß gemacht, ich habe auch danach noch ewig in der Brauerei gearbeitet, in allen möglichen Jobs. Ich habe Bier abgefüllt, und als ich einen Führerschein hatte, es auch ausgefahren und später im Büro gearbeitet. Ich habe sogar kurz überlegt, Lebensmittelchemie in Weihenstephan zu studieren und auch beruflich in der Branche zu bleiben. War mir aber schließlich doch zu weit weg von zuhause. Ich habe dann Chemie in Düsseldorf und Köln studiert.

aufgezeichnet von Maren Peters

Reinhard Uppenkamp

ist Chef von Berlin Chemie

Reinhard Uppenkamp (57) ist seit 1997 Vorstandschef des Pharmakonzerns Berlin Chemie in Berlin- Adlershof. Der Düsseldorfer ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

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