Wirtschaft : Merck heuert Wahlverlierer Mappus an Ex-Ministerpräsident soll ins Ausland gehen

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Darmstadt/Stuttgart - Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) verlässt Ende des Monats die Politik und wechselt zum Darmstädter Pharmakonzern Merck. „Mappus wird eine Führungsfunktion im Ausland übernehmen“, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag. Wo genau, wollte er aber nicht mitteilen. Am Mittwoch vergangener Woche hatte der Merck-Vorstandschef Karl-Ludwig Kley erstmals öffentlich bestätigt, „dass wir mit Herrn Mappus im Gespräch sind“.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung übernimmt Mappus eine Führungsaufgabe bei Merck in Amerika oder Südostasien. Sein Landtagsmandat werde er Ende August niederlegen. Der 45-Jährige ist Diplom-Ökonom und hatte früher für Siemens Telefone vertrieben. Das Arbeitsverhältnis ruhte zuletzt ohne Bezahlung. Als bei der Landtagswahl Ende März Schwarz-Gelb im Südwesten die Mehrheit verlor, hatte Mappus die Verantwortung für den Machtverlust übernommen und seinen Rücktritt als CDU-Landesvorsitzender angekündigt.

Mappus galt auf der politischen Bühne als streitbarer Hardliner. Seine politische Karriere verlief rasant. 1985 wurde er CDU-Mitglied, 1996 zog er in den Landtag ein. Zwei Jahre später wurde er Staatssekretär im Umweltministerium, dann Umweltminister. 2005 setzte er sich in einer Kampfabstimmung als CDU-Fraktionschef durch. Im Februar 2010 wurde Mappus zum Ministerpräsidenten gewählt.

Nun soll er beim Pharma- und Chemiekonzern Merck durchgreifen. Das Familienunternehmen beschäftigt weltweit rund 40 000 Mitarbeiter. Am Hauptsitz in Darmstadt arbeiten rund 9300 Menschen. Merck machte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 1,1 Milliarden Euro bei einem Konzernumsatz von 9,29 Milliarden Euro. rtr/dpa/dapd

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