Wirtschaft : Merkels Rat will Taten statt Ideen

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Berlin – Der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschaffene Rat für Innovation und Wachstum hat am Mittwochabend seine Arbeit aufgenommen. Das Expertengremium soll der Bundesregierung Vorschläge machen, wie neue Ideen schneller in erfolgreiche Produkte verwandelt werden können. Der Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft solle ein zentrales Thema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 sein, kündigte Merkel an. Der Leiter des Gremiums, Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer, kritisierte das Innovationstempo Deutschlands. „Wir müssen von einem Land der Ideen zu einem Land der Taten werden.“

Dem Rat gehören 17 Mitglieder an, darunter Merkel, ihr Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU), Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Forschungsministerin Annette Schavan (CDU). Die SPD ist ebenso wenig vertreten wie die Gewerkschaften. Dafür sind Schwergewichte aus Wirtschaft und Wissenschaft dabei, darunter Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche, Bayer-Chef Werner Wenning, SAP- Chef Henning Kagermann, Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz, die Präsidenten der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft, Hans- Jörg Bullinger und Peter Gruss, sowie Paul Nolte, Geschichtsprofessor der Freien Universität Berlin. Als einzige Frau aus der Wirtschaft ist Nicola Leibinger-Kammüller, Geschäftsführerin des Maschinenbauers Trumpf, dabei.

In seiner nächsten Sitzung will sich der Rat mit der „grünen Gentechnologie“ befassen, also dem Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft. Das von Merkels Vorgänger Gerhard Schröder (SPD) ins Leben gerufene Gremium „Partner für Innovation“ soll einzelne Projekte fortführen und vor Jahresende eine Abschlussbilanz vorlegen. Tsp

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