Wirtschaft : Messebranche rutscht in die Krise Potenzial im Auslandsgeschäft

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Berlin (obu). Die deutsche Messebranche musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Geschäftseinbruch hinnehmen. Wie der Ausstellungs und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft (Auma) am Dienstag in Berlin mitteilte, gingen die Standflächen auf den internationalen Messen 2002 um 3,4 Prozent zurück. Auch lockten die Veranstaltungen sechs Prozent weniger Besucher als noch 2001 an. Mit einem Minus von 6,7 Prozent sorgte die Entwicklung der Zahl deutscher Aussteller für einen Negativrekord. Einschließlich regionaler Messen verbuchte der Auma 2002 in Deutschland 222000 Aussteller und 16,5 Millionen Besucher.

Auch der Ausblick fällt für die Messebranche nicht besonders rosig aus. Während das erste Quartal 2003 stabil verlaufen sei, rechnet der Auma für das Gesamtjahr mit weiteren zwei bis drei Prozent Rückgang bei den Aussteller- und Besucherzahlen. „Eine Trendwende ist erst für 2004 zu erwarten“, sagte Hermann Kresse, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Auma.

Der Auma ist Lobby- und Dienstleistungsorganisation der Messewirtschaft. Seine Mitglieder sind die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft, messeinteressierte Fachverbände, Messeveranstalter und Gesellschaften für Auslandsmessebeteiligungen.

Die schlechten Zahlen seien auch auf das turnusbedingte Fehlen einiger Messen zurückzuführen, sagte Kresse. Die konjunkturelle Entwicklung habe die Messewirtschaft zwar getroffen, dies „jedoch nicht in dem Maße wie andere Marketinginstrumente“.

Wachstumspotenzial besitzt die Messebranche nach Ansicht des Auma im Kongressbereich. Die Veranstaltungen hätten sich gegenüber 1998 auf mehr als 10000 in 2002 verdoppelt. Hoffnungen setzt der Messe-Ausschuss zudem auf das Auslandsgeschäft. Hier erhält der Auma starke Unterstützung vom Bund, der den Förderetat für dieses Jahr auf 35 Millionen Euro festgesetzt hat. „Bundestag und Bundesrat haben offensichtlich erkannt, dass der Export zu den wenigen Hoffnungsträgern der Konjunktur gehört“, sagte Kresse. Mit rund 150 Auslandsveranstaltungen in 2003 versucht die deutsche Messewirtschaft, vor allem in Asien und Osteuropa ihre Position zu stärken.

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