Wirtschaft : mg technologies leidet unter der schwachen Konjunktur

Chemie- und Anlagenbaukonzern hält an Gewinnprognose fest / Kein Verkauf von Dynamit Nobel

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Frankfurt (Main) (ro). Die Frankfurter mg technologies hegt keinerlei Absichten sich gänzlich von ihrer Chemiesparte und damit auch von Dynamit Nobel zu trennen. „Der Bereich steht nicht zum Verkauf“, sagte der Vorstandschef des Chemie- und Anlagenbaukonzerns, Kajo Neukirchen, am Donnerstag. Zumal es sich um eine profitable Sparte des Unternehmens handele.

Berichte über eine angeblich auf den Verkauf ausgerichtete Studie der Investmentbank Merrill Lynch im Auftrag der mg-Großaktionäre Deutsche Bank, Allianz und Otto Happel sei keine Bedeutung zuzumessen. „Das läuft bei mir unter dem Motto: Gelesen, Gelacht, Gelocht“, sagte Neukirchen. Auch Hinweise über zu hohe Schulden des Unternehmens seien abwegig. „Wir haben überhaupt keine Finanzierungsprobleme." Die Bankschulden der mg lägen nach wie vor bei 1,3 Milliarden Euro.

Obwohl auch die mg von der Rezession getroffen werde, sieht Neukirchen keinen Anlass, die bisherige Ergebnisprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2001/2002, das Ende September endet, zu korrigieren.

Das Unternehmen rechnet nach wie vor mit einem Gewinn vor Steuern zwischen 310 und 325 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte der Gewinn noch bei 368 Millionen Euro gelegen. Als Hauptgründe für die vergleichsweise gute Lage des Unternehmens nennt Neukirchen die Ausrichtung auf wachsende Märkte – etwa auf den Bau von Anlagen für umweltfreundliche Kraftstoffe wie Biodiesel oder Bioethanol – und das weiter laufende Fitness- und Effizienzprogramm, das zu Kostenentlastungen von „mindestens“ 100 Millionen Euro führen soll. Die Maßnahmen gehen allerdings auch zu Lasten der Arbeitnehmer. Derzeit beschäftigt die mg weltweit noch 33325 Mitarbeiter, 233 weniger als Ende März und 2300 weniger als vor Jahresfrist. Weitere Stellenstreichungen schließt Neukirchen nicht aus.

Belastungen erwachsen der mg allerdings aus der Babcock-Pleite: Die Forderungsausfälle liegen nach Angaben von Neukirchen zwischen elf und 19 Millionen Euro. Auch die Wirtschaftskrise in Südamerika macht dem Unternehmen sorgen. Der mg-Ableger in Argentinien sei heftig davon betroffen. Dies alles sei allerdings in der Ergebnisprognose schon berücksichtigt.

„Auch das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres stand im Zeichen der Rezession“, sagte Neukirchen. Von April bis Juni erwirtschaftete mg ein Ergebnis vor Steuern von von 79,2 Millionen Euro, ein Rückgang von 23,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz legte leicht um 2,3 Prozent auf 2,133 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb im Quartal ein Gewinn von 50 Millionen Euro nach 83,1 Millionen Euro.

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