Milliarden-Deal : Deutsche Post übernimmt Exel

Die Deutsche Post übernimmt den britischen Logistiker Exel für rund 5,5 Milliarden Euro. Damit steigt das Unternehmen zum weltweit führenden Logistikunternehmen auf.

Bonn (19.09.2005, 14:07 Uhr) - Die Post legte den Exel-Aktionären offiziell ein Übernahmeangebot vor, das diese nun mehrheitlich annehmen müssen. Die Großfusion muss noch von der EU-Wettbewerbsbehörde genehmigt werden.

«Durch eine Kombination von Exel und der Logistik-Sparte der Deutschen Post schaffen wir gemeinsam eine bisher nie da gewesene weltweite Präsenz», sagte Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel. «Als globaler Marktführer können wir überdurchschnittlich vom wachsenden Welthandel profitieren.» Exel verfüge international über eine «exzellente Reputation».

> Die Übernahme bedeute für die Post «einen großen Sprung» und werde auch positive Auswirkungen für die Aktionäre, Beschäftigten und Mitarbeiter der Post haben, erläuterte Zumwinkel. Der Umsatz im Ausland und im Logistikgeschäft werde deutlich steigen, und die Post baue damit auch weiter ihre starke Abhängigkeit vom Briefgeschäft ab, bei dem Ende 2007 das nationale Monopol ausläuft.

Mit dem Zukauf ordnet die Post ihre Logistiksparte neu. Sie wird den Logistikteil von DHL umfassen und als «DHL Exel Logistics» ihre Zentrale in Bracknell bei London (bisheriger Sitz von Exel) haben. Exel-Vorstandschef John Allan (56) soll in den Post-Vorstand aufrücken und den neuen Geschäftsbereich leiten. Der bisherige Logistikvorstand, Frank Appel, soll im Post-Vorstand andere Aufgaben übernehmen.

Je Exel-Aktie will die Post umgerechnet 18,39 Euro zahlen. Dabei teile sich der Preis in eine Barzahlung von 13,30 Euro und 0,25427 Post-Aktien je Exel-Papier auf. Insgesamt belaufe sich der Baranteil auf gut 72 Prozent. Der Aktienanteil bei der Bezahlung soll über die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden. Sie sei auf rund 1,5 Milliarden Euro beschränkt, sagte Zumwinkel.

Die Exel-Aktien sind im Streubesitz zu 100 Prozent an der Londoner Börse notiert. Für die Annahme des Post-Angebots ist die Zustimmung einer Mehrheit erforderlich, die 75 Prozent des Aktienkapitals repräsentiert. Die Exel-Führung empfahl den Aktionären die Annahme. Allan nannte es ein «attraktives Angebot». Die Post sei auch für Exel der strategisch richtige Partner.

Exel ist Weltmarktführer in der Kontraktlogistik, der Organisation und Vernetzung von Warenströmen und Transporten für Unternehmen. Für das Unternehmen sind rund 112 000 Mitarbeiter in 135 Ländern tätig. Den größten Umsatz außerhalb des Heimatmarkts Großbritanniens (etwa ein Drittel) erwirtschaftet Exel in den USA. Der Gesamtumsatz lag 2004 bei rund 9,2 Milliarden Euro. (tso/dpa)

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