Milliardenauftrag in London : Sänk ju for träfeling wiz Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn baut ihr Auslandsgeschäft massiv aus: In der britischen Hauptstadt betreibt der deutsche Logistiker künftig ein Nahverkehrsnetz und in China soll der Güterverkehr Wachstum bringen.

Dürften künftig auch in London und China häufiger zu sehen sein: Mitarbeiter der Deutschen Bahn. Foto: dpa
Dürften künftig auch in London und China häufiger zu sehen sein: Mitarbeiter der Deutschen Bahn.Foto: dpa

Die Deutsche Bahn hat in London einen Großauftrag an Land gezogen. Die Tochtergesellschaft DB Arriva soll für 1,5 Milliarden Pfund (1,9 Mrd Euro) die Nahverkehrsbahn London Overground bis zum Jahr 2024 betreiben. Das teilte die zuständige Behörde Transport for London (TfL) am Freitag in der britischen Hauptstadt mit.

Arriva ist bereits seit 2007 am derzeitigen Betreiber beteiligt. Die Züge von London Overground ergänzen als eine Art S-Bahn das Londoner U-Bahn-Netz. Der neue Verkehrsvertrag läuft ab November 2016. London Overground beförderte nach Angaben der Bahn im vorigen Jahr 180 Millionen Fahrgäste.

China bleibt Zukunftsmarkt

Auch anderswo im Ausland, in China, will der deutsche Logistiker sein Geschäft ausbauen - vor allem im Güterverkehr. Ziel sei es, bis 2020 rund 100 000 Container jährlich zwischen Deutschland und China auf der Schiene zu transportieren, sagte Bahn-Vorstand Ronald Pofalla am Freitag vor Journalisten in Peking. „Das wäre mehr als eine Verdreifachung.“

Laut Pofalla werde zwar viel über das zurückgehende Wirtschaftswachstum in China „fabuliert“. Im Vergleich zu Europa seien Zuwachsraten von 6,5 Prozent pro Jahr aber noch immer ein „großes und interessantes Wachstum“. Das Interesse an Transportzügen werde weiter zunehmen. Die Container könnten laut Pofalla per Zug in 16 bis 19 Tagen zwischen China und Deutschland transportiert werden - doppelt so schnell wie auf dem Seeweg. Der erste „Chinazug“ startete 2008 in Duisburg. Mittlerweile gebe es rund 400 Verbindungen pro Jahr.

Vertragsabschluss im Juni

Die Bahn hoffe zudem, vom Ausbau des chinesischen Hochgeschwindigkeitsnetzes profitieren zu können, das bis zum Jahr 2020 von 19 000 auf 30 000 Kilometer noch einmal deutlich wachsen soll. Die Deutsche Bahn könne China unter anderem bei der Wartung und Instandhaltung der chinesischen Hochgeschwindigkeitsflotte helfen. „Außerordentlich interessant“ sei zudem eine Zusammenarbeit bei der von Peking geplanten „Neuen Seidenstraße“.

Für das Handelsnetz durch 65 Länder plant China international den Bau von zahlreichen neuen Zugstrecken. Auch hier könne die Bahn mit Ingenieurleistungen zur Seite stehen. Obwohl China bereits Züge nach Südamerika und Afrika exportiert, erteilte Pofalla dem Kauf von kompletten Zügen für die Deutsche Bahn vorerst eine Absage. In Europa gebe es technologische Voraussetzungen, „die Chinesen noch nicht erfüllen“. Konkrete Verträge über eine engere Zusammenarbeit mit China sollen voraussichtlich im Juni bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Peking unterzeichnet werden. (dpa)

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