Milton Friedman : "Deutschland kann von ihm lernen"

Die Lehren von Milton Friedman werden in Europa zu wenig beachtet, schreibt der Berliner Wirtschaftsprofessor Michael Burda in einem Nachruf für den Tagesspiegel.

Berlin - "Hinter all seinen Ideen stand der Grundgedanke, dass die Menschen in der Lage sind, sich um sich selbst zu kümmern und dass Regierungen häufig mehr schaden als nützen. Diese Botschaft sollte sich Europa zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu Herzen nehmen", schreibt der Amerikaner Burda, der an der Humboldt-Universität lehrt. "Die Einstellung der Menschen zu den Märkten und zur Freiheit kann sich ändern, und sie hat es mit Sicherheit in den USA getan. Deutschland kann viel von diesem großen Mann lernen."

Friedman habe sich nie als konservativen Ökonomen gesehen, sondern sei liberal im europäischen Sinn des Wortes gewesen. Burda schreibt, er habe schon als Teenager das Buch "Chancen, die ich meine" und Friedmans wöchentliche Kolumnen in "Newsweek" verschlungen.

"Er war der größte Verfechter der Freiheit des 20. Jahrhunderts», würdigte der Präsident des Cato Institutes, Edward Crane, die Arbeit des Nobelpreisträgers. "Milton war einer der großen Denker und Ökonomen des 20. Jahrhunderts, und als ich mich das erste Mal mit der Macht seiner Schriften über Geld, deregulierte Märkte und die individuelle Freiheit konfrontiert sah, war das wie ein Blitzschlag", erklärte der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Friedman gehörte einem wirtschaftlichen Beratungsgremium des US-Bundesstaates Kalifornien an.

Berater von Reagan

Der am 31. Juli 1912 in New York geborene Friedman lehrte von 1946 bis 1976 an der Universität von Chicago. Friedmans Lehren, die das Prinzip der Freiheit in den Mittelpunkt stellten, prägten in großem Maße die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Ronald Reagan, als dessen Berater er auch fungierte, und der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Er galt als einer Wortführer der Monetaristen, die für die Kontrolle der Inflation durch die Geldmenge eintraten. (Tsp)

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