Wirtschaft : Mitsubishi: Japaner wollen 9500 Stellen streichen

Mit einem massiven Stellenabbau und Kosteneinsparungen soll der angeschlagene japanische Autobauer Mitsubishi wieder auf Kurs gebracht werden. Bis 2003 sollen 9500 der insgesamt 65 000 Stellen weltweit gestrichen werden, wie das Unternehmen am Montag in Tokio bekannt gab. Das Programm sieht ferner eine Senkung der Materialkosten um 15 Prozent sowie der jährlichen Produktionskapazitäten ebenfalls bis zum Jahr 2003 um 20 Prozent vor. Erwogen wird auch die Stilllegung des ältesten Werkes in Japan. An dem japanischen Autohersteller ist Daimler-Chrysler mit 34 Prozent beteiligt.

Im Geschäftsjahr 2001 strebt das Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone an, bis 2003 plant es ein Marge beim operativen Gewinn von 4,5 Prozent. Bei Stellenabbau sollen den Angaben zufolge Kündigungen vermieden werden. Der für das Tagesgeschäft zuständige Manager Rolf Eckrodt, der von Daimler-Chrysler nach Japan geschickt worden war, sagte: "Es ist nicht an Freisetzungen nach ausländischem Vorbild gedacht." Stattdessen ist die Rede von Outsourcing, einschließlich der Verschiebung von Arbeitnehmer zu Zulieferern. Zudem sollen 30 Prozent der Managerpositionen gestrichen werden. Nach Einschätzung von Analysten gehen die Pläne in die richtige Richtung. Positiv sei, dass Daimler-Chrysler stärker durchgreifen wolle. Allerdings gebe es noch zahlreiche offene Fragen wie beispielsweise die künftige Modellpolitik.

Mitsubishi veröffentlichte keine aktuellen Zahlen. Für das im März zu Ende gehende Geschäftsjahr sagte der Autobauer aber einen Verlust von 140 Milliarden Yen (rund 2,59 Milliarden Mark) voraus. Eine Rückrufaktion im Sommer hatte den Autobauer mit elf Milliarden Yen belastet. Hinzu kommen noch einmal 17 Milliarden Yen für die letzte Rückrufaktion. Der Schuldenstand des Unternehmens, das wegen vertuschter Mängel in die Schlagzeilen geraten war, beläuft sich auf 1,6 Billionen Yen.

Eckrodt sagte, die größte Herausforderung liege auf dem japanischen Markt. Höchste Priorität habe jetzt die Wiedergewinnung des Vertrauens der Kunden in die Produktqualität. Daneben geht es um eine schnellst mögliche Beendigung des Aderlasses auf dem japanischen und dem europäischen Markt. Eckrodt: "Es ist unakzeptabel und verrückt, auf dem Heimatmarkt Verluste zu machen." Die Zahl der Plattformen soll auf sechs halbiert, die erst vor einem Jahr aufgenommene Fertigung der Luxusmodelle Proudia und Dignity eingestellt werden.

Bei den Zulieferern soll über einen Zeitraum von drei Jahren eine Kostensenkung von 15 Prozent in der Beschaffung (55 Prozent der Gesamtkosten) durchgesetzt werden. Eckrodt macht aber deutlich, dass es ihm nicht nur um eine Kostensenkung geht, sondern um eine Transformation der Zulieferer in Systemlieferanten, um so die Flexibilität des Produktionssystems zu erhöhen.

In einer zweiten Phase sollen dann Synergieeffekte durch die Allianz mit Daimler-Chrysler durch ein weltweites Plattform-Management, einen globalen Produktionsverbund und die Integration der Vertriebsorganisationen erzielt werden.

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