Wirtschaft : Mittelstand sorgt sich um die Zukunft

Firmen erwarten 2008 mäßigere Geschäfte

Berlin - Mittelständische Industriefirmen schauen nach dem zufriedenstellenden Jahr 2007 etwas weniger zuversichtlich auf die kommenden Monate. „Für das erste Halbjahr 2008 erwarten die deutschen Industrieunternehmen ein Nachlassen der Auftriebskräfte“, sagte Arndt Kirchhoff, Vorsitzender des Mittelstandsausschusses beim Industrieverband BDI, am Montag in Berlin. Er stützte sich auf eine Onlineumfrage unter 900 Unternehmen. Als Hauptprobleme sähen sie hohe Lohnzusatzkosten, Bürokratie, Fachkräftemangel sowie steigende Rohstoff- und Energiepreise. Mit Einbrüchen rechne indes niemand. Die Bewertung verändere sich nur von einer sehr guten oder guten Geschäftslage zu einer befriedigenden. Der hohe Eurokurs hat der Umfrage zufolge nur für gut ein Viertel der befragten Firmen direkte negative Folgen.

Einer Umfrage des Allensbach-Instituts für das Magazin „Capital“ zufolge ist dagegen das Vertrauen von Managern und Politikern in die Konjunktur massiv eingebrochen. Von 613 Befragten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung rechneten Ende November nur 27 Prozent mit einem „kräftigen, dauerhaften Aufschwung“. Im Juli waren es noch 62 Prozent. Als Hauptrisiken werden auch hier der Anstieg der Energiepreise (60 Prozent), die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten (54 Prozent) und die Entwicklung der US-Wirtschaft (46 Prozent) gesehen. Der starke Euro rangiert bei den Risiken mit 43 Prozent nur auf dem vierten Rang, auch wenn ihn 67 Prozent der Befragten als eher schädlich einstufen.

Auch bei den politischen Rahmenbedingungen sind die Befragten skeptisch. So halten es 77 Prozent für unwahrscheinlich, dass die Regierung bis zur Bundestagswahl 2009 noch wichtige Reformen beschließt. Nach der Verlängerung des Arbeitslosengelds I (ALG I) für Ältere erwarten 61 Prozent die Rücknahme weiterer Reformen der Agenda 2010. Für 59 Prozent ist die ALG-I-Änderung ein „Signal, das die Reformbereitschaft nachhaltig schwächt“. Trotz der Zukunftsskepsis sehen die befragten Manager die Situation positiv. Ihre Auftragslage schätzten 82 Prozent der Unternehmensvertreter als „gut bis sehr gut“ ein. awr/brö

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