Wirtschaft : MLP macht Minus im Ausland

Finanzmakler denkt über Verkäufe nach

Henrik Mortsiefer

Berlin - Der Finanz- und Versicherungsmakler MLP ist unzufrieden mit dem Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten. Vor allem das – noch recht kleine – Auslandsgeschäft macht dem auf Akademiker spezialisierten Unternehmen zu schaffen. Im ersten Halbjahr fiel bei den fünf Auslandsgesellschaften, die mit rund 220 Beratern gut drei Prozent der Gesamterlöse erwirtschaften, ein Verlust von 3,4 Millionen Euro an, wobei die österreichische Niederlassung profitabel blieb. MLP denkt nun auch über Verkäufe nach. Die im M-Dax notierte Aktie gab um 1,5 Prozent nach.

Insgesamt verbuchte das Unternehmen, das gut 2500 Berater beschäftigt und 630000 Kunden betreut, im ersten Halbjahr zwar noch ein kräftiges Ertragsplus. Im zweiten Quartal brach der Ertrag vor Steuern jedoch von 15,3 Millionen Euro im Vorjahr auf 8,6 Millionen Euro ein. Auch der Umsatz fiel im Jahresvergleich von 114,3 Millionen auf 111,6 Millionen Euro. Andere Finanzvertriebe wie AWD oder die Deutsche Vermögensberatung DVAG hatten zuletzt ebenfalls über ein schwaches Geschäft geklagt.

Bis Ende des Jahres will sich MLP jenseits der Grenzen anders aufstellen. „Wir werden unseren Fokus in den kommenden Monaten gezielt auf die Auslandsaktivitäten richten und mit konsequenten Maßnahmen den Turnaround erzielen“, sagt MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg am Mittwoch. Dabei stehe das gesamte „Maßnahmenbündel“ aus Zukäufen, Kooperationen und Verkäufen zur Verfügung, wie Finanzvorstand Nils Frowein ergänzte. Für 2006 strebt MLP die Gewinnschwelle im Auslandsgeschäft an.

Der im Ausland starke Wettbewerber AWD (Umsatzanteil: 47 Prozent) schloss am Mittwoch auf Nachfrage aus, dass man MLP-Auslandsaktivitäten übernehmen werde. „Das ist kein Thema für uns“, sagte ein Sprecher. Die Philosophien der Finanzmakler seien zu unterschiedlich. AWD konzentriert sich mit 6200 Beratern und 1,5 Millionen Kunden auf das Massengeschäft, MLP auf eine akademische Zielgruppe. AWD verfügte Ende 2004 über Finanzmittel von 136 Millionen Euro.

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