Wirtschaft : Mobilfunker in Bedrängnis

Maurice Shahd

In Sachen UMTS trauen sich die Mobilfunkbetreiber langsam aus der Deckung. Vodafone und Mobilcom verkündeten kürzlich, die schnellen Datennetze schon Ende 2002 in Betrieb nehmen zu wollen. Die Telekom-Tochter T-Mobile überraschte jetzt mit der Ankündigung, frühestens im Herbst 2003 an den Start gehen zu wollen. Die Telekom rechnet nicht damit, dass die Netze schon vorher eine ausreichende Qualität bieten und neue UMTS-Handys in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Experten halten den späteren Zeitpunkt für realistisch. Es dauert seine Zeit, bis die komplizierte UMTS-Technik marktreif ist.

Zeit haben die Mobilfunkbetreiber nicht. Je später die neuen Dienste starten, desto später fließen die Einnahmen. Derzeit kostet UMTS die Unternehmen sehr viel Geld. Allein in Deutschland 51 Milliarden Euro für die UMTS-Lizenzen und weitere Milliarden für den Aufbau der Netze sowie die Entwicklung neuer Inhalte. Starke Player wie die Telekom und Vodafone können die Schuldenberge wohl schultern. Andere, wie Neueinsteiger Quam oder der E-Plus-Eigner KPN, kommen in die Bredouille. Sollte einer der kleineren Anbieter tatsächlich aus dem Markt aussteigen, geht die UMTS-Lizenz an die Regulierungsbehörde zurück. Was dann passiert, ist noch unklar. Jetzt sei es noch nicht an der Zeit, dies festzulegen, argumentiert die Behörde. Die Marktführer haben sich für den Fall allerdings schon eine Strategie zurecht gelegt. Sie wollen, dass frei werdende Lizenzen unter den verbleibenden Anbietern versteigert werden. Neue Konkurrenten würden so ferngehalten. Die Regulierungsbehörde sollte hier im Sinne des Wettbewerbs bald Klarheit schaffen.

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