Molkereikonzern : Neuer Müllermilch-Chef will für mehr Ordnung sorgen

Roland Kers will den Konzern in geordneteren Bahnen lenken und weitere Nahrungsmittelunternehmen aufkaufen.

Weißes Gold. Neben Milchprodukten umfasst das Portfolio des Müllermilch-Konzerns auch Unternehmen, die Feinkost und Fisch auf den Tisch bringen.
Weißes Gold. Neben Milchprodukten umfasst das Portfolio des Müllermilch-Konzerns auch Unternehmen, die Feinkost und Fisch auf den...Foto: dpa

Der künftige Chef des Molkereikonzerns Müllermilch, Ronald Kers, will die Gruppe strukturierter führen als sein Vorgänger Heiner Kamps. „Jetzt, in der neuen Phase, werden wir mehr Struktur reinbringen, die Leute besser ausbilden, junge Leute reinbringen“, sagte Kers dem „Handelsblatt“. „Es kann nicht mehr sein, dass die Feinkost-Sparte Homann ganz anders plant als Nordsee oder die Kollegen in den USA.“

Das erhöhe das Risiko von Fehlern und bedeute unnötigen Aufwand. „Wir werden standardisieren und simplifizieren“, kündigte der 45-Jährige an. Müllermilch war durch Zukäufe zuletzt stark gewachsen.

Theo Müller behält das letzt Wort

Kers wird zum Jahreswechsel den Chefposten übernehmen. Bereits im Sommer hatte Unternehmenseigner Theo Müller angekündigt, die ausstehenden Firmenanteile an der gemeinsamen Firma mit Kamps, HK Food mit der Schnellrestaurant-Kette Nordsee zu übernehmen. Kamps wechselt in den Aufsichtsrat von Müllermilch. Das letzte Wort im Konzern wird aber weiterhin Theo Müller haben. Müller sei tief im täglichen Geschäft, „insbesondere im Molkereibereich“, sagte Kamps. „Wenn ihm was nicht passt, wird er es sagen, egal was es ist.“

Kamps kündigte in dem Interview an, das Geld aus dem Deal in Nahrungsmittelunternehmen stecken zu wollen. Unter anderem diskutiere er mit Müller den Rückkauf von Nordsee, sagte der 59-jährige Unternehmer, der mit seiner 2002 verkauften Bäckerei-Kette vermögend geworden war.

USA-Marktanteil unter zwei Prozent

Der künftige Aufsichtsrat Kamps bekannte sich ebenfalls zu klareren Strukturen nach seinem Abschied von der Firmenspitze. Insbesondere das Geschäft in den USA läuft langsamer an als erwartet. „In den vergangenen beiden Jahren ist der Wettbewerb härter geworden, die Kategorie Joghurt wächst nicht mehr so wie vor drei Jahren. Das macht es schwieriger“, sagte Kers. Zudem sei die Müllermilch-Werbung dort nicht gut genug gewesen. „Unser Marktanteil liegt noch unter zwei Prozent.“ Er müsse mindestens zweistellig werden.

Müllermilch mit Sitz in Luxemburg ist weit verzweigt. Einen aussagekräftigen Gruppenabschluss gibt es nicht. HB

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