Müllentsorgung : Getränkedosen so beliebt wie nie

Der Absatz von Einwegdosen erreicht 2015 ein Rekordhoch. Fast alle Dosen werden wieder recycelt.

Daniel Mosler
Entgegen der geläufigen Meinung sind Plastik-Mehrwegflaschen wegen des geringeren Gewichts oft umweltschonender.
Entgegen der geläufigen Meinung sind Plastik-Mehrwegflaschen wegen des geringeren Gewichts oft umweltschonender.Foto: dpa

Immer mehr Menschen nehmen ihre Getränke in Einwegdosen mit - der Verkauf der Einwegdosen aus Aluminium erreichte ein neues Rekordhoch: Alleine zwischen Januar und Juli 2015 wurden auf dem deutschen Markt rund 900 Millionen Einwegdosen verkauft. Grund sei vor allem das gute Wetter im Sommer gewesen - bei hohen Temperaturen konsumieren die Menschen mehr Getränke unterwegs. Etwa 40 Prozent der Einwegdosen wurden mit Bier befüllt. "Als Verpackungseinheit ist die Getränkedose so gefragt, weil sie über besondere Eigenschaften verfügt", erklärt Welf Jung, Sprecher von BCME Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden dem Verband zufolge bundesweit insgesamt 1,86 Milliarden Getränkedosen abgesetzt.

Dosenpfand zeigt Wirkung - Mehrweg umweltschonender

Trotz der weiter steigenden Nachfrage an Getränkedosen wird der Großteil der Dosen recycelt: Denn seit der bundesweit gültigen Einführung des Pfandgesetzes am 1. Mai 2006 werden immer weniger Einwegflaschen und -dosen weggeworfen. Knapp zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes liegt die Rückführquote von Einweg-Getränkedosen bei rund 98 Prozent, teilte der europäische Verband der Getränkedosenhersteller (BCME) am Dienstag mit. Dies spreche für "ein wachsendes Verantwortungsbewusstsein der Menschen gegenüber der Umwelt", so der Verband weiter.

Obwohl Einwegflaschen und Dosen beliebig oft recycelt werden können, seien Mehrwegflaschen grundsätzlich umweltschonender, erklärt der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Entgegen der geläufigen Meinung seien jedoch oft Mehrwegflaschen aus Plastik umweltschonender als ihre Pendants aus Glas. Grund seien die mit dem höheren Gewicht der Glasflaschen steigenden Transportkosten, welche einen großen Beitrag an der Umweltbilanz des jeweiligen Produktes haben, so der NABU.

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