Müller-Brot : Skandalbäckerei bleibt noch wochenlang zu

Die insolvente Großbäckerei Müller-Brot kämpft ums Überleben. Nachdem die Kontrolleure Mäusekot und Maden im Mehl gefunden haben, ist das Unternehmen geschlossen. Das Problem: Für eine gründliche Reinigung fehlt das Geld.

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Müller-Brot bleibt vorerst geschlossen.
Müller-Brot bleibt vorerst geschlossen.Foto: dpa

Die insolvente Großbäckerei Müller-Brot wird nach Einschätzung des vorläufigen Insolvenzverwalters Hubert Ampferl länger geschlossen bleiben als von ihm erhofft. Bis das Unternehmen, das Ende Januar wegen wiederholter, schwerer Hygienemängel von den Behörden stillgelegt worden war, wieder arbeiten könne, würden „noch zwei bis drei Wochen vergehen“, sagte ein Sprecher Ampferls dem Tagesspiegel. Offensichtlich ist derzeit noch nicht einmal genug Geld da, um die Firma gründlich von Mäusekot, Dreck und Maden reinigen zu lassen. Ampferl versucht daher, eine Zwischenfinanzierung auf die Beine zu stellen, um die nötigen Reinigungsarbeiten vornehmen zu lassen. Dann soll bei den Behörden ein erneuter Kontrolltermin beantragt werden, kündigte der Sprecher an. Eine am Freitag durchgeführte Kontrolle hatte erneute Beanstandungen ergeben.

Ampferl hatte darauf gehofft, dass Müller-Brot die Überprüfung besteht und die Produktion wieder aufnehmen darf. Das ist aus seiner Sicht das vorrangige Ziel. Zudem will Ampferl mit Lieferanten und Kunden wie Aldi-Süd und Lidl reden, die nach Bekanntwerden der Hygienemängel abgesprungen waren. Die Suche nach Investoren sei im Moment dagegen nachrangig. Nach Angaben des Sprechers gibt es derzeit einen Interessenten für die Übernahme von Müller-Brot.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa interessiert sich auch die Staatsanwaltschaft für die Akten aus der Brotfabrik. Nach Einsicht in die Papiere sei zu entscheiden, ob ein Anfangsverdacht auf Insolvenzstraftaten besteht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Landshut, Ralph Reiter, am Montag. Wenn zutreffe, dass Kautionen von Pächtern aufgebraucht wurden, anstatt sie zu verwahren, „könnte es sich um Untreue in beträchtlichem Umfang handeln“, sagte Reiter.