Wirtschaft : Münchener Rück zahlt deutlich mehr Dividende Gewinn von 1,8 Milliarden Euro/Positiver Ausblick

Nicole Huss

München - Nach dem ersten Verlust in der Nachkriegsgeschichte hat der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück 2004 wieder einen Milliardengewinn erzielt. Auch mit der Erneuerung der Verträge im Rückversicherungsgeschäft zeigte sich der Konzern sehr zufrieden. Die Münchener Rück kündigte an, die Dividende kräftig zu erhöhen – von 1,25 auf zwei Euro je Aktie. Für das laufende Jahr stellte der Konzern eine weitere Ergebnisverbesserung in Aussicht.

Es werde für 2004 ein Jahresüberschuss von etwa 1,8 Milliarden Euro erwartet, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. Im Vorjahr hatte die Münchener Rück wegen der Flaute an den Aktienmärkten und hohen Belastungen durch Naturkatastrophen noch einen Verlust von 434 Millionen Euro ausgewiesen. Ursprünglich hatte der Konzern für das abgelaufene Geschäftsjahr sogar einen Gewinn von rund zwei Milliarden Euro angekündigt. Wegen hoher Sturmschäden in den USA und Asien, der Flutkatastrophe in Südostasien und den Milliarden-Abschreibungen auf Immobilien bei der Hypo-Vereinsbank (HVB) musste die Münchener Rück ihre Prognose jedoch im Januar zurücknehmen. Die Versicherung ist noch mit 18 Prozent an der HVB beteiligt, will ihren Anteil aber weiter reduzieren. Nach Angaben von Vorstandsmitglied Jörg Schneider haben sich die Abschreibungen der HVB mit 240 Millionen Euro netto auf den Gewinn der Münchener Rück niedergeschlagen.

Das positive Jahresergebnis ist nach Angaben der Münchener Rück vor allem getragen von den „sehr erfreulichen Ergebnissen“ aus dem Segment Rückversicherung. Aber auch die Erstversicherung hat spürbar zum Jahresüberschuss beigetragen. Dabei hat die lange Zeit defizitäre Ergo-Versicherungsgruppe, zu der die Versicherer Victoria, Hamburg Mannheimer, D.A.S und DKV gehören, nach Angaben der Münchener Rück eine „markante Rückkehr in die Gewinnzone“ geschafft. Nach einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro im Vorjahr erwirtschaftete Ergo 2004 einen Überschuss von 202 Millionen Euro.

Ein Sorgenkind bleibt die US-Tochter American Re, die wegen hoher Zahlungen für Asbest-Schäden und einer Serie von Wirbelstürmen in den USA mit einem Gewinn von 103 Millionen Dollar deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurückblieb. Dabei hatte die Münchener Rück die Reserven der Tochter im vergangenen Jahr bereits um 482 Millionen Dollar gestärkt. Schneider schloss eine weitere Erhöhung nicht aus.

Unzufrieden ist die Münchener Rück mit ihrer Schaden-Kosten-Quote im Rückversicherungsgeschäft, die sie im abgelaufenen Jahr nicht, wie ursprünglich angekündigt, unter 97 Prozent drücken konnte. Zufrieden zeigte sich der Konzern mit der Erneuerung seiner Rückversicherungs-Verträge zu Jahresbeginn. Für das erneuerte Geschäft habe der Konzern Preise und Bedingungen vereinbaren können, die den gestiegenen Risiken entsprächen, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. „Die Münchener Rück startet mit einem Bestand in das Jahr 2005, der bei normalem Schadenverlauf erneut eine gute Gewinnhaltigkeit verspricht“, sagte Jeworrek.

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