Wirtschaft : Musicalkonzern Stella streicht 1000 Stellen

HAMBURG (lip/HB).Der Hamburger Musicalkonzern Stella AG, der ein umfangreiches Sanierungsprogramm durchlaufen soll, ist nach Angaben des neuen Vorstandsvorsitzenden Hemjö Klein kein Konkursfall."Die Liquidität des Unternehmens ist gesichert", stellt der ehemalige Stella-Aufsichtsratschef fest.Die Musicalgruppe wird nach seinen Angaben 1998 allerdings einen Verlust von rund 95 Mill.DM ausweisen.Der Musicalkonzern soll sich durch die Absetzung von drei Musicals und dem damit einhergehenden Abbau von rund 1000 Vollzeit-Arbeitsplätzen "gesundschrumpfen".Dies ist das Resultat eines Konzepts der Unternehmensberatung McKinsey.Danach sollen folgende Musicals Ende 1999 auslaufen: in Stuttgart "Miss Saigon", in Duisburg "Les Miserables" und in Essen "Joseph and The Amazing Technicolor Dreamboat".Mit diesem Maßnahmenpaket will der Vorstand die Kosten um 100 Mill.DM drücken.Davon entfallen allein etwa 25 Prozent auf Stellenstreichungen.Durch die Schließung der Standorte Duisburg und Essen fallen 511 Vollzeit-Arbeitsplätze weg.Über eine weitere Reorganisation der Gruppe sollen zudem 489 Stellen eingespart werden.Über einen Interessenausgleich sowie Sozialpläne werde bereits mit den Betriebsräten verhandelt.

An der Unternehmensmisere sind vor allem hausgemachte Probleme schuld.So wurden laut Klein unter anderem zu hohe Mieten und Lizenzgebühren gezahlt.Für den Musicalmarkt sieht Klein hingegen künftig gute Wachstumschancen.So setzt Stella auf die Weltpremiere des Disney-Werks "Der Glöckner von Notre Dame" am 5.Juni 1999 in Berlin am Potsdamer Platz.Es soll noch in diesem Jahr 350 000 Besucher an die Kassen locken.In Frankfurt hofft der Vorstand spätestens im Jahr 2002 auch mit dem Disney-Stück "Der König der Löwen" auf neue Besucher.Unterdessen führe der Vorstand mit dem Disney-Konzern bereits Verhandlungen über weitere Zukäufe von Produktionen.Im vergangenen Jahr besuchten rund 3,6 Millionen Gäste die acht Stella-Musicals.Der durchschnittliche Eintrittspreis lag bei 115 DM.Trotz knapper Kassen der privaten Haushalte will der Vorstand die Preise nicht senken.Er setzt vor allem auf Qualitätsverbesserungen.

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