Wirtschaft : Nächste Runde für Eon-Ruhrgas

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Von Dieter Fockenbrock

Die Tücke liegt im Detail. Eon-Chef Ulrich Hartmann und seine Berater könnten eine kleine, aber nicht unwesentliche Hürde bei der Fusion mit Ruhrgas unterschätzt haben: das europäische Gemeinschaftsrecht. Die Gegner der Fusion ziehen – wie bei keiner anderen Ministererlaubnis zuvor – alle juristischen Register, um Hartmann mit seinem Plan zu Fall zu bringen. Kein Wunder. Geht es doch um eine der wichtigsten Weichenstellungen auf dem deutschen Energiemarkt überhaupt: Erdgas- und Strommarkt rücken erstmals eng zusammen. Das lässt die Konkurrenz nicht ruhen, bis auch die letzte kleine Chance ausgenutzt ist, die Energieriesen zu stoppen.

Doch jetzt schon das Aus für einen der umstrittensten Zusammenschlüsse in der deutschen Wirtschaftsgeschichte zu bejubeln oder je nach Sicht der Dinge zu beklagen, das wäre viel zu früh. Denn es geht zunächst nur um die Klärung der Frage, ob Brüssel statt des deutschen Wirtschaftsministeriums das letzte Wort haben müsste. Damit ist noch kein Urteil in der Sache gefallen.

Für den Wirtschaftsminister könnte es allerdings unangenehm werden. Schließlich ist er felsenfest davon überzeugt, dass die Europäische Union sich in diesen Fall nicht einzumischen hat. Kommt es anders, fragt man sich, was der ganze Wirbel um die so genannte Ministererlaubnis überhaupt sollte. Erst recht, wenn Brüssel sich dann auch noch dem Nein des Bundeskartellamtes und der Monopolkommission anschließen und gegen die Entscheidung des deutschen Ministeriums votieren würde. Details können eben entscheidend sein.

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